Freitag, 24. März 2017

Wenn Frauen komisch werden: Diesmal wollen Regisseur Michael Bohn und seine Schauspieler ihr Publikummit der turbulenten Komödie „Frauenzimmer“ zum Lachen bringen

Ulrike Kroker als französische Chansonette und Marie Zipp-Timmer
als amerikanische Countrysängerin (Szene-Foto: Walter Schernstein)
Wenn eine Chansonnette und eine Countrysängerin, die sich nicht ausstehen können und beide an übersteigertem Selbstbewusstsein leiden, in einem Hotel versehentlich in der selben Suite einquartiert werden, kann das heiter werden. Man wird es sehen, wenn das Backstein-Theater ab dem 25. März seine neue Produktion „Frauenzimmer“ auf die Bühne bringt.

„Die Zuschauer bekommen eine witzige, spritzige und turbulente Komödie mit jeder Menge Situationskomik zu sehen“, verspricht Regisseur Michael Bohn. Ein Jahr lang haben Bohn und sein Ensemble von der Großen Bühne des Backstein-Theaters das Stück des amerikanischen Autor Michael McKeever geprobt. „Wir haben bei den Proben viel gelacht und glauben deshalb, dass das Stück auch dem Publikum gefällt“, erzählt Bohn. Allerdings hat der Regisseur die Journalistin und Prosa-Text-Autorin Anna Blaswich an den Originaltext gesetzt und ihn für das Mülheimer Publikum etwas geschmeidiger machen lassen.

Blaswich, die auch als Souffleuse das Ensemble unterstützt, hat das Stück im besten Sinne zivilisiert. Aus der Benefiz-Gala für die GIs an den Fronten des Zweiten Weltkrieges hat sie eine Benefizveranstaltung für „verlorene Jungs“ gemacht, die hinter den Kulissen das Fünf-Sterne-Hotel im Berlin unserer Tage ganz schön aufmischen und damit dem vom Backstein-Altmeister Klaus Wehling gespielten Hotelmanager das Leben zusätzlich schwer machen.

Die schillernsten Rollen dürfen diesmal Neuzugang Ulrike Kroker (als französische Chansonnette) und das bereits mehrfach bewährte Multitalent Marie Zipp-Timmer (als amerikanische Countrysängerin) spielen. Routinier und Charmeur Wolfgang Bäcker sehen wir als Assistenten der französischen Diva wieder. Ein Wiedersehen gibt es auch mit Altmeisterin Ursula Bönte, die sich als Stiftungspräsidentin dem Wohl der verlorenen und oft auch ungezogenen Jungs verschrieben hat.

Mit ihnen bekommt auch Susanne Zambelly in ihrer Rolle als Klatschkolumnistin öfter zu tun, als ihr lieb sein kann. Nach über zehn Jahren Backstein-Theater-Pause wieder mit dabei ist Martin Lennertz als Hotelpage Tom, der freiwillig oder unfreiwillig während der 100-minütigen Aufführung reichlich küssen darf.

iInternet-Informationen rund um das neue Stück des Backstein-Theaters und dessen Aufführungstermine (bis Januar 2018) finden Theaterfreunde unter www.backsteintheater.de


Dieser Text erschien am 11. März 2017 in der NRZ und in der WAZ

Donnerstag, 23. März 2017

Ein gastliches Haus an der Kämpchenstraße im Wandel der Zeit

Ein Blickfang an der Ecke Kämpchenstraße/Paul-Essers-Straße
Heute springen wir zurück ins Jahr 1910 und landen vor dem Haus an der Kämpchenstraße 59. Ein Foto aus dem Privatarchiv des Mülheimers Burkhard Richter, das auch in dem von ihm herausgegebenen und im örtlichen Buchhandel erhältlichen Kalender „Mülheim in alten Ansichten“ zu finden ist, macht es möglich. 

Als die historische Aufnahme entstand, war das 1906 errichtete Gebäude ein Hotel und Restaurant mit dem schönen Namen Cecilienhof, benannt nach der damaligen Kronprinzessin des deutschen Kaiserreiches Cecilie Auguste Marie Herzogin zu Mecklenburg (1886-1954).

Dem Cecilienhof, folgte der Lippische Hof, in dem bis 1981 gegessen, getrunken, gefeiert und Billard gespielt wurde. Seit 1981 bewirtet in diesem schönen und alten Haus, Evangelos Papoutsoglou, die Gäste seines  Restaurant Amfipolis, werktags von 17 Uhr bis 22.30 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 12- bis 15 Uhr und von 17 Uhr bis 22.30 Uhr  mit den Köstichkeiten aus der traditionellen griechischen Küche. Wunderschöne Wandbilder zeigen Restaurantbesuchern die klassischen Seiten Griechenlands.  Im Sinne des barrierefreien Zugangs wurde das alte Gast-Haus inzwischen mit einem Seiteneingang und einer Auffahrrampe für Kinderwagen, Rollstuhl- und Rollatornutzer ausgestattet. Ihren Namen trägt die Kämpchenstraße seit dem Jahr 1900. Er erinnert nicht, wie man denken könnte, an den namensgleichen Bergmann und Dichter Heinrich Kämpchen (1847-1912), sondern leitet sich von dem Begriff Kamp ab, der seit dem Mittelalter neugewonnene Acker- und Weidenflächen bezeichnete.

Dieser Text erschien am 20. März in der Neuen Ruhr Zeitung

Dienstag, 21. März 2017

„Meine Landsleute sind vernünftige Leute!“ - Wie sieht die aus Maastricht stammende Jessy Kirstein das Wahlergebnis in den Niederlanden?

Jessy und Bernd Kirstein in ihrem gemeinsamen Atelier

Frage: Hat Sie das Wahlergebnis in den Niederlanden überrascht?

Jessy Kirstein: Nein. Ich habe eigentlich mit einem solchen Ergebnis gerechnet. Und ich bin ausgesprochen froh, dass es so gekommen ist, wie es jetzt gekommen ist. Denn meine Landsleute sind vernünftige und bodenständige Leute.

Frage: Warum haben der Rechtspopulist Geert Wilders und seine Partei der Freiheit schwächer und der amtierende Ministerpräsident Mark Rutte und seine wirtschaftsliberale Partei der Freien Demokraten stärker abgeschnitten, als erwartet?

Jessy Kirstein: Dafür sehe ich vor allem zwei Gründe. Erstens haben das Auftreten des neuen rechtspopulistischen US-Präsidenten Donald Trump und die sich abzeichnenden Folgen des Brexits viele Niederländer nachdenklich gemacht und sie davon überzeugt, für einen liberalen und pro-europäischen Kurs ihres Landes zu stimmen. Außerdem hat Mark Rutte mit seinem konsequenten Vorgehen gegen Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsmitglieder eine klare Kante gezeigt und damit zu Lasten Geert Wilders viele Sympathien gewonnen.

Frage: Im neuen niederländischen Parlament sind 13 Parteien vertreten. Werden die Koalitionsverhandlungen schwierig?

Jessy Kirstein: Das kann lange dauern, vielleicht sogar ein halbes Jahr. Eine schnelle Regierungsbildung würde mich überraschen. Aber das ist in den Niederlanden normal.


Dieser Text erschien am 17. März 2017 in der NRZ und in der WAZ

Montag, 20. März 2017

Augen auf oder Beutel auf

Augen auf oder Beutel auf. Das erfuhr ich jetzt bei der Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG). Sieben Euro hat sie mir von meinem Konto als „Bearbeitungsgebühr“ abgezogen, weil ich meine Monatsfahrkarte zwar bezahlt, aber einmal zu Hause habe liegen lassen. Diese Tatsache zu überprüfen, kostet die MVG also sieben Euro. Eigentlich ist das ja preiswert, wenn man an die Vorstandsgehälter oder den städtischen Zuschuss zum Nahverkehrsbetrieb denkt. Was hätte ich nicht alles für sieben Euro kaufen können: Sieben Kugeln Eis, drei Tafeln Schokolade oder vielleicht auch drei Stücke Torte.

Angesichts der Fastenzeit und meines aktuellen Hüftgoldes muss ich der MVG aber geradezu dankbar sein, dass sie mich vor dieser zusätzlichen Versuchung bewahrt hat.

Natürlich könnte ich selbst der MVG demnächst Wartegebühren, Standgebühren oder Fersengeld berechnen, wenn Bus und Bahn mal wieder zu spät kommen, überfüllt sind oder ihr Takt so ausgedünnt wird, dass ich wieder mehr zu Fuß gehen und meine Sohlen abwetzen muss. Doch auf dieses Geschäft wird sich die MVG wohl auch in der Fastenzeit nicht einlassen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche und die nächste Verspätung von Bus und Bahn.

Dieser Text erschien am 13. März 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

Sonntag, 19. März 2017

"Luther wollte mehr": Eugen Drewermann zu Gast in der Immanuelkirche

Eugen Drewermann bei seinem Vortrag in der Styrumer
Immanuelkirche.
Ein katholischer Ex-Priester, der seine Kirche inzwischen verlassen hat, spricht in einer evangelischen Kirche. Und die Kirche, in diesem Fall die Immanuelkirche an der Kaiser-Wilhelm-Straße, ist voll, wie an Weihnachten. 150 Menschen hören gebannt einem Mann zu, der 90 Minuten, ohne Manuskript spricht, ohne dabei auch nur einmal langatmig zu werden.

Der Ex-Katholik Drewermann würdigt die historischen Verdienste des protestantischen Urvaters Luther, ohne dabei der Versuchung zu erliegen, ein Heiligenbild des Reformators zu zeichnen. Seinen Antisemitismus und seine Rechthaberei spricht Drewermann ebenso an, wie Luthers Mut und Beharrlichkeit, gegen alle Widerstände, seinen Landsleuten die Bibel und damit den christlichen Glauben verständlich und damit nachvollziehbar zu machen.

„Luther wollte eigentlich keine  Kirchenspaltung, sondern eine offene Diskussion über die Grundlagen des Glauben. Er hat Jesus von Nazareth und sein Evangelium neu entdeckt, als sich die katholische Kirche schon in Siebenmeilen-Stiefel von der Bergpredigt entfernt hatte“, stellt Drewermann fest.
Bibelbelesen und auch psychoanalytisch fundiert wandert Drewermann durch das von Mut, Glaube und Wahrheitsliebe, aber auch von starken Zweifeln geprägte Leben Luthers und macht deutlich, wo wir heute an Luther anknüpfen können und sollen.

Er nennt an erster Stelle Luthers Freilegung und Bekenntnis zu der in Jesus Christus offenbarten unbedingten Gnade, Liebe und Vergebung Gottes, aus der der zwangsläufig fehlerhafte Mensch alleine leben, glauben und auf ein ewiges Leben bei Gott hoffen kann.

Aktuell ist für den Theologen und Psychoanalytiker Drewermann auch Luthers Erkenntnis, dass die Theologie des Neuen Testaments keine selbstgerechte und strafende, sondern nur eine verstehende und vergebende sein kann. Christliche Kirche müsse als seelsorgerischer und menschenfreundlicher Hirte, wie im biblischen Gleichnis Jesu auch den verlorenen Schafen nachgehen. Deren Schuld, so Drewermann, müssten Christen als „einen Schrei der Verzweiflung und einen Schrei nah Liebe und menschlicher Zuwendung begreifen.“ Daraus folgert er, „dass kein Mensch, wie schuldig er auch immer geworden sein mag, aus der allumfassenden Gnade und Liebe Gottes herausfallen kann.“

Für Drewermann steht fest, dass keine Strafe und keine Gewalt, sondern allein Liebe und Verständnis Menschen bessern können. „Wir müssen versuchen, Menschen und ihre biografische Prägung zu verstehen, statt über sie den Stab zu brechen“, sagt der 76-Jährige Gottesmann aus Paderborn.

Und dann beleuchtet er Luther  als einen Kapitalismuskritiker. Er beleuchtet dessen Kritik am Zinswucher, der mittellose Menschen weiter ins Elend stürzt, und ihre Kreditgeber reicher und unmenschlicher macht. Dies sieht Drewermann als einen auch heute aktuellen Denkanstoß.

Dieser Text erschien am 11. März 2017 im Neuen Ruhrwort

Donnerstag, 16. März 2017

Ruhrblick mit altem und neuem Wasserwerk: Ein Zeitsprung am Leinpfad

Ein Zeitsprung in die 1950er Jahre

Ruhrblick am Leinpfad in den frühen 1950er Jahren. Ein Foto des Mülheimers John Dieter Roehse macht es möglich. 

Mit einem Bötchen auf der Ruhr fahren, wie auf der historischen Fotografie zu sehen: Darüber hätten die alten Mölmschen nur gelacht. Denn der Leinpfad war früher ein Treidelpfad, auf dem starke Männer oder noch stärkere Pferde, die Kohlenkähne flussaufwärts zogen. Noch um 1860 wurden fast 900 000 Tonnen Kohle die Ruhr aufwärts geschippert. Doch dann kam ab 1862 die Eisenbahn. Damit begann der Niedergang der Güterschifffahrt auf der Ruhr, die 1889 eingestellt wurde. Der alte Hafen and er Ruhr wurde zugeschüttet. Mit dem Start der Weißen Flotte, im Juli 1927, wurde dann ein ganz neues Kapitel der Ruhrschifffahrt aufgeschlagen.

Auf der historischen Fotografie erkennen wir nicht nur das heute noch zwischen Leinpfad und Dohne stehende Fachwerkhaus, sondern auch noch das 1875 errichtete und 1970 abgerissene und durch einen Neubau ersetzte Wasserwerk an der Dohne.

Mit dem alten Wasserwerk begann einst für Mülheim eine neue Ära. Hatten die alten Mölmschen bis dahin ihr Wasser aus Brunnen und Bächen geholt, so konnten ab 1877 schrittweise immer mehr von ihnen zu Hause den Wasserhahn aufdrehen.

Seit 1912 versorgt die von August Thyssen mitgegründete Rheinisch Westfälische Wasserwerksgesellschaft nicht nur die Mülheimer Haushalte mit sauberem Trinkwasser und sorgt mit seinen modernen Klärverfahren dafür, dass das Wasser, das bei uns zu Hause aus dem Hahn kommt, den Namen Trinkwasser auch verdient.

Dieser Text erschien am 13. März 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

Aufbruchstimmung in schwierigen Zeiten: Die Pfarreien St. Mariae Geburt und St. Mariä Himmelfahrt luden zu einer Zukunftswerkstatt

Pastor Berthold Janberg in der Broicher Herz-Jesu-Kirche
beim Schlusssegen der dortigen Pfarreiversammlung von
St. Mariä-Himmelfahrt
Stellwände voller Zahlen, Daten und Fakten, vor denen Gemeindemitglieder miteinander diskutieren und einander zuhören. Dieses Bild bot sich am vergangenen Wochenende in St. Mariae Geburt und Herz Jesu. Die Rechtsruhr-Pfarrei St. Mariae Geburt und die Linksruhr-Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt hatten zur Pfarreiversammlung geladen. 220 Katholiken fanden den Weg zur Zukunftswerkestatt in Mariae Geburt. Sogar 470 waren es in Herz Jesu. Außerdem glänzte die Linksruhr-Pfarrei mit einem hohen Anteil junger Teilnehmer.
Obwohl die Zahlen an den Stellwänden: Schwindende Gemeindemitgliederzahlen und Einnahmen, steigende Personal und Energiekosten und damit schwindende Finanzreserven nicht gerade zur Euphorie einluden, war dieser Pfarreientwicklungsschritt zwischen der Phase des Sehens und des Handelns geradezu von Aufbruchsstimmung geprägt.
„Hier sind Menschen ganz ernsthaft miteinander ins Gespräch gekommen, die sich bisher gar nicht kannten“, freute sich der Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Mariä Himmelfahrt, Manuel Gatz. Und für den Pfarrer von St. Mariae Geburt, Michael Janßen, stand nach der dreistündigen Pfarreiversammlung fest: „Die Menschen haben erlebt und begriffen, dass uns Kirche alle angeht.“
Die unaufgeregten und sachlich geführten Diskussionen machten deutlich, dass die Gemeindebasis der jeweils 16.000 Mitglieder zählenden Stadtpfarreien keine Angst vor einer Zukunft hat, in der die katholische Kirche an der Ruhr kleiner wird und die Laien in den Gemeinden mehr Verantwortung übernehmen müssen, weil es weniger hauptamtliches Personal geben wird. Allein die Zahl der Priester wird sich in der 170.000 Einwohner zählenden Stadt im Süden des Ruhrgebietes bis 2030 von zwölf auf sechs halbieren. Positiv überrascht waren die Teilnehmer der Pfarreikonferenzen darüber, dass sich in den beiden Pfarreien insgesamt rund 6000 Menschen ehrenamtlich engagieren und mit ihren Festen und anderen Veranstaltungen mehrere 1000 Menschen in der Stadt erreichen.
Einige Stimmen aus den Diskussionen in Mariae Geburt und Herz Jesu zeigten, wo hin die Reise gehen könnte.
Klaus Drews (55) aus St. Mariae Geburt: „Wir brauchen einen Finanzausgleich zwischen den armen und reichen Bistümern in Deutschland.“
Meßdienerleiter Ole Werger (22) aus St. Mariä Himmelfahrt: „Kirche muss sich mehr in Schulen und Vereinen engagieren. Sie muss ein breiteres Gottesdienstangebot machen, das nicht nur Ältere, sondern auch Jugendliche anspricht.“
Thomas Macioszek (30) aus St. Mariae Geburt: „Wir brauchen charismatischere Predigten und müssen uns wieder mehr auf die Verkündigung des Evangeliums konzentrieren.“
Martin Linssen, Arzt aus St. Mariä Himmelfahrt: „Kirchen könnten auch als Begegnungsstätten und Gemeindezentren genutzt werden.“
Gabi (53) und Detlef Flecken (61) aus St. Mariae Geburt: „Gemeinde findet nicht nur in der Kirche statt. Wir müssen Kompromisse machen. Wir müssen nicht in allen Kirchen die gleichen Gottesdienste anbieten. Vielleicht wird die Kirche kleiner, aber die Gemeinde und ihre Aktiven freier und vielfältiger.“
Christian Kochius (29) aus St. Mariae Geburt: „Wir müssen raus aus der Kirche und im Alltag christliche Werte vorleben und vertreten. Wir sollten solche Pfarreiversammlungen öfter abhalten, um als Gemeinde gemeinsam unsere Entwicklungsziele definieren zu können.“
Alfred Beyer (73) aus St. Mariä Himmelfahrt: „Wir brauchen in Zukunft mehr ökumenische Zusammenarbeit mit den evangelischen Kirchengemeinden.“
Meßdienerleiter Fabian Behur (23) und Jugendbeauftragte Julia Bromma (19) aus St. Mariae Geburt: „Wir sollten auch Gospelgottesdienste und Jugendgottesdienste mit Popmusik anbieten. Außerdem täten der Liturgie mehr christlich inspirierte Alltagstexte gut, die auch von Jugendlichen verstanden werden können.“
Meßdiener Fabian Schlüter (15) aus St. Mariä Himmelfahrt: „Die Gemeindemitglieder müssen zusammenrücken. Gleichzeitig müssen Gemeinden mehr offene Veranstaltungen, wie zum Beispiel ein offenes Singen und Freizeitaktivitäten, anbieten.“
Ulrich und Gisela Jung aus St. Mariae Geburt: „Unsere Gruppen müssen mehr Außenwirkung entfalten. Gemeinden müssen auch mit Veranstaltungen zu sozialen, theologischen und ethischen Themen an die Öffentlichkeit gehen.“
Rolf Hohage (72) aus St. Mariä Himmelfahrt: „Wir dürfen uns nicht aus der Fläche zurückziehen, sondern müssen als Gemeinde nah bei den Menschen sein und erreichbar bleiben.“
Christel Post (60) aus St. Mariae Geburt: „Wir sollten mehr kleine Gottesdienste anbieten, bei denen Menschen als Gruppe Gemeinschaft erfahren und miteinander ins Gespräch kommen können.“
Christian Pöhlmann und Sabine Langhals aus St. Mariae Geburt: „Die Leute sollen sich in der Kirche wohl- und willkommen fühlen. Raus mit den Kirchenbänken und Stühle rund um den Altar aufstellen. Das ist kommunikativer und gemütlicher.“
Herbert Teiglake (78) aus St. Mariae Geburt: „Wir brauchen eine bessere religiöse Erziehung und Bildung. Und wir müssen unsere wenigen Priester von Verwaltungsaufgaben entlasten, damit sie mehr Zeit für Verkündigung und Seelsorge haben.“
Christoph Ducree (46) aus St. Mariae Geburt: „Wir brauchen als Gemeinde offene Treffpunkte und müssen in den Stadtteilen erreichbar sein. Ehrenamtlich sind gut und wichtig. Sie können aber auch nicht alles leisten. Viele Menschen sind heute beruflich eingespannt und haben keine Zeit fürs Ehrenamt.“
Edith und Werner Gerbener aus St. Mariae Geburt: „Wir haben weniger Jugendliche, als ich gedacht hätte. Deshalb müssen wir uns als Gemeinde umso intensiver um die wenigen Jugendlichen kümmern, die da sind.“
Magdalena und Dieter Gatz aus St. Mariä Himmelfahrt: „Solche Veranstaltung, wie die heutige, sollten wir bei Zeiten wiederholen.“
Ilona Zolonkowski (61) aus St. Mariae Geburt: „Die Priester müssen ihre Predigt umstellen und das Evangelium verständlicher verkünden.“
Christel Essers (52) aus St. Mariä Himmelfahrt: „Auch Laienpredigten sind denkbar und wünschenswert, um einen stärkeren Alltagsbezug in der Verkündigung herzustellen.“

Dieser Text erschien am 18. Februar im Neuen Ruhrwort