Samstag, 1. August 2009

Styrumer Geschäftsleute mit neuer Spitze und alten Problemen


"Nur gemeinsam sind wir stark", ist Georg Meurer überzeugt. Deshalb hat der 53-jährige Inhaber einer Fahrschule am Rosenkamp jetzt auch den Vorsitz der Interessengemeinschaft Styrumer Geschäftsleute übernommen. Kein leichtes Amt. Die Mitgliederzahl der ISG stagniert, kommt seit Jahren nicht über die 50-Mitglieder-Marke hinaus. Styrum hat ein strukturelles Problem. Es gibt viele Discounter oder große Einzelhandelsketten, aber nur wenige unternehmer-geführte Einzelhandelsgeschäfte. Discounter und Ketten sind aber kaum für eine Mitarbeit in einer örtlichen Werbegemeinschaft zu gewinnen.


Was Georg Meurer (links), der die Nachfolge von Dieter Micko antritt, besonders beunruhigt, ist der bröckelnde Branchenmix im Styrumer Ortskern an der Oberhausener Straße. Dort vermisst er zum Beispiel Obst- und Gemüsehändler, eine Fleischerei, Modegeschäfte oder einen Schumacher. Abseits der Discounter-Dominanz sieht der ISG-Chef die wohnortnahe Versorgung gefährdet. Die Hauptleidtragenden dieser Entwicklung seien vor allem die älteren Bürger des Stadtteils, die in der Regeln nicht so mobil seien, wie die jungen.


Auch für den Freitagsmarkt am Sültenfuß wünscht sich Meurer ein attraktiveres Angebot. Das kann dessen Marktmeister Günter Walkenhorst mit Blick auf derzeit sechs Stände allerdings nicht nachvollziehen. Derzeit, so Walkenhorst, sei am Sültenfuß nur der Stand eines Obst- und Gemüsehändlers vakant. Fisch und Fleisch könne man auf dem kleinen, aber nahen Wochenmarkt ebensi kaufen, wie Kartoffeln, Eier oder Textilien.


Laut Walkenhorst wird der Markt, der freitags von 7 bis 13 Uhr am Sültenfuß seine Stände aufstellt vor allem von den älteren Bürgern des Stadtteils geschätzt. Sie würden dort nicht nur die Frische der Lebensmittel, sondern auch das Gespräch mit Nachbarn schätzen. Walkenhorst sieht den Markt am Sültenfuß zwar räumlich eingeschränkt, glaubt aber trotzdem, dass dieser Standort ohne Alternative ist. Denn der alte Styrumer Marktplatz vor dem Jugendzentrum Cafe4You liege heute nicht mehr zentral genug, um eine ausreichend Laufkundschaft anzuziehen.


Neben dem Thema Branchenmix bewegt in Styrum derzeit auch das Thema Umgestaltung des Sültenfuß. Der zentrale Krezungsbereich an der Oberhausener Straße soll einen Platzcharakter erhalten. Meurer kann sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger Micko dort auch mehrere Sitzgelegenheiten vorstellen. Müllcontainer und Telefonkästen möchte er am Sültenfuß künftig ebensowenig sehen, wie die dortige Hecke, in der sich immer wieder Unrat verfängt. Für den neuen ISG-Chef sind es die kleinen Dinge, die über die Lebens- und Aufenthaltsqualität im Stadtteil entscheiden.


"Mehr Farbe könnte nicht schaden", sagt er mit Blick auf die zum Teil sehr schönen historischen Hausfassaden an der Oberhausener Straße, die schon mal bessere Zeiten gesehen haben. Auch von der Mülheimer Entsorgungsgesellschaft MEG und dem städtischen Ordnungsdienst würde er sich mehr Präsenz wünschen, damit weniger Müll auf den Straßen liegt und das Überhand nehmende Problem der Falschparker zumindest eingedämmt wird. Beim Thema Müll wäre das Aufstellen und regelmäßige Leeren von mehr Müllbehältern für Meurer der erste Schritt in die richtige Richtung.


Beim Thema Straßenverkehr setzt der neue ISG-Chef vor allem auf die Entlastung durch die für 2011 geplante Styrumer Tangente, auf mehr Kreisverkehre und auch auf die Option einer zweiten Autobahnabfahrt im Bereich Styrum-Dümpten, um die Belastung des Durchgangsverkehrs zu reduzieren.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen