Donnerstag, 31. Dezember 2009

Eine Keimzelle der Mitmenschlichkeit: Caritas-Konferenz St. Mariae Geburt feiert ihren 150. Geburtstag


Caritas-Konferenz. Das klingt irgendwie bürokratisch, ist es im Fall von St. Mariae Geburt aber gar nicht - das Gegenteil ist der Fall. Denn die Caritas-Konferenz der Stadtpfarrei, die vor 150 Jahren als Elisabeth-Konferenz ins Leben gerufen wurde, steht für menschliche Zuwendung und Hilfe im Kleinen.

Ihren Namen wählte sie im Rückblick auf das Leben und Wirken der heiligen Elisabeth von Thüringen (1207-1231). Deren Einsatz für die Bedürftigen und Kranken ließ sie unsterblich, legendär und später zur Schutzpatronin der Caritas werden. Die Elisabeth-Konferenz bestand aus gutbürgerlichen Frauen, die sich um die Armen der Gemeinde kümmerten. Damals gab es noch keinen Sozialstaat und in Mülheim auch noch keinen Caritasverband. Der sollte erst 1920 vom damaligen Pastor der Gemeinde St. Mariae Geburt, Konrad Jakobs, gegründet werden. Heute treffen sich die Vorsitzende der Caritas-Konferenz, Hildegard Sanders, und der überschaubare Kreis ihrer Mitstreiterinnen jeweils am ersten Freitag im Monat um 17 Uhr in der Begegnungsstätte an der Pastor-Jakobs-Straße, um ihre aktuellen Aktivitäten zu besprechen.

Dorthin laden sie auch einmal im Quartal Senioren zu einem Cafe´ ein, die einen runden Geburtstag gefeiert haben. Das Angebot wird in der Regel von 60 und mehr Besuchern gut angenommen. Und an gleicher Stelle feierte man jetzt auch mit einem Gemeindefrühstück den 150. Geburtstag einer kleinen, aber sehr aktiven Gruppe, die im Laufe ihrer langen Geschichte nie mehr als 15 Mitglieder hatte. „Ich war damals gerade frisch verheiratet und aus Hessen hier hergezogen. Ich wollte Kontakt zu Leuten in der Gemeinde bekommen und mich nützlich machen. Da bin ich dann einfach zum damaligen Pastor Siegfried am Zehnhoff gegangen und habe ihn gefragt, wo ich mich engagieren könnte", erinnert sich Gertrud Gotthardt an ihren Einstieg bei der Caritas-Konferenz. 46 Jahre ist das her.

Die heutige Vorsitzende der Caritas-Konferenz, Hildegard Sanders, wurde durch ihre Mutter und Amtsvorgängerein Elisabeth Basener an die christliche Sozialarbeit vor Ort herangeführt. Diese besteht heute im Wesentlichen aus Besuchsdiensten, dem Einsammeln von Spenden oder direkter Hilfe für bedürftige Familien, die sich zum Beispiel im Advent über ein gehaltvolles Päckchen von der Caritas-Konferenz freuen können. Bei Bedarf finanzieren die rührigen Caritas-Damen aus St. Mariae Geburt auch schon mal Lebensmittelgutscheine. Immer wieder stellen sie fest: Auch in unserer Stadt gibt es viel versteckte Not und vor allem viele alte und einsame Menschen, die in ihrer Mobilität engeschränkt sind und sich freuen, wenn sie mal Besuch bekommen und mit dessen Hilfe das Haus verlassen können.

Kontakt und Infos 3 63 17

Auf dem Foto sind zu sehen (von links): Antonie Remmen, Kläre Breiltgens, Hildegard Sanders und Gertrud Gotthardt von der Caritas-Konferenz St. Mariae Geburt

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen