Sonntag, 6. Juni 2010

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es: Ein Beispiel aus der Dümptener Gemeinde St. Barbara


„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Der zeitlos aktuelle Satz aus der Feder von Erich Kästner könnte die Überschrift für das Engagement sein, das die Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft von St. Barbara seit 18 Jahren antreibt: Menschen zu helfen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.In dieser Woche schickten die Dümptener Frauen ihren 30. Hilfstransport ins 1700 Kilometer entfernte westrumänische Peciu Nou. Dort betreut die rumänische Caritas des Bistums Temesvar auch mit Hilfe aus Dümpten Menschen in Not: Alte, Kranke und Kinder, die entweder keine Eltern mehr haben, oder Eltern, die zum Beispiel aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen mit der Erziehung ihres Nachwuchses überfordert sind.


Mit handfester Unterstützung der Männer von der örtlichen Kolpingsfamilie und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung packten 30 KFD-Frauen das ein, was ihnen nicht nur Dümptener als Sachspende ins Pfarrheim am Schildberg gebracht hatten: Kleidung, Spielzeug, Decken. Auch ein Kinderwagen und ein Schaukelpferd gingen mit auf die Reise.Die Vorsitzende der KFD St. Barbara, Christa Wentzel, freute sich aber auch über eine Brillenspende von der Barmer Ersatzkasse und über eine Medikamentenspende der Dümptener Apotheke am Kirchplatz.


„Vielen Menschen in Peciu Nou fehlt das Geld für Medikamente und Brillen. Auch eine Sozialhilfe wie in Deutschland gibt es in Rumänien nicht“, weiß Wentzel zu berichten.Warum sind die mit der logistischen Hilfe des Oberhausener Clemens-Hospitals und in der Regie seines in Mülheim wohnenden Verwaltungsleiters Hans Rosenkranz nach Peciu Nou gebrachten Sachspenden auch mehr als 20 Jahre nach dem Ende der kommunistischen Diktatur in Rumänien nach wie vor notwendig? Sozialpädagogin Maria Maas, die seiner Zeit als Mitarbeiterin der Caritas die Sozialarbeit in Peciu Nou mit aufgebaut hat, erklärt es so: „Wir haben es dort zum Teil mit bitter armen Menschen zu tun und schicken ihnen materielle Hilfe, die sie sich auch mit Geld nicht kaufen könnten. Zwar hat es nach dem EU-Beitritt Rumäniens wirtschaftliche Fortschritte gegeben. Doch ländliche Regionen, wie Peciu Nou, werden von der Regierung eher stiefmütterlich behandelt, so dass der Aufschwung dort kaum angekommen ist.“Wer in Peciu Nou, wo im Kommunismus einst eine landwirtschaftliche Kolchose vielen Menschen Arbeit gab, heute nicht in der örtlichen Schuh- und Textilfabrik oder im Handel unterkommt, muss nicht selten das Land verlassen, um als Gastarbeiter in der Fremde seine Familie daheim über Wasser halten zu können.


KFD-Frau Ulla Limburg, die von Anfang an mit an- und einpackte, damit die notleidenden Menschen von Peciu Nou zumindest einen Lichtstreifen der Hoffnung sehen, spricht für viele ihrer Mitstreiterinnen, wenn sie sagt: „Mir ist es einfach wichtig, immer wieder zu helfen. Denn die Armut hört ja auch nicht auf. Und die Berichte von Maria Maas zeigen uns, wie dringend unsere Hilfe dort gebraucht wird.“Vor diesem Hintergrund freut sich die Dümptener KFD-Vorsitzende darüber, dass die Spendenbereitschaft, die in den letzten 18 Jahren immerhin 35 000 gut gefüllte Pakete nach Peciu Nou gebracht hat, auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten nicht nachgelassen hat. Das gilt auch für die Geldspenden, mit denen die tatkräftigen KFD-Frauen von St. Barbara die Spritkosten für den Hilfstransport bezahlen können.


Dieser Text erschien am 29. April 2010 in NRZ und WAZ

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