Samstag, 19. Juni 2010

Nach dem Karneval ist vor dem Karneval: Die närrische Wagenbauhalle an der Hafenstraße nimmt langsam Formen an


Wer denkt im Sommer schon an Karneval? Zum Beispiel Chefkarnevalist Heiner Jansen und seine Mitstreiter vom Hauptausschuss Groß-Mülheimer Karneval. Denn sie haben etwas Großes vor: den Bau einer Wagenhalle. „Wir haben acht Jahre dafür gearbeitet und trotz mancher Nackenschläge nicht aufgegeben. Und jetzt sind wir endlich auf der Zielgeraden“, freut sich Jansen bei einem Ortstermin an der Hafenstraße.Dort steht bereits ein Stahlgerüst der 400 Quadratmeter großen Halle, die Jansen und seine Mitstreiter nicht nur als Wagenbauhalle nutzen, sondern auch als Veranstaltungsort vermarkten möchten.

Der Vorsitzende des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval geht davon aus, dass man diese Halle im September mit einem Fest eröffnen kann. Noch etwas länger wird die Restaurierung der benachbarten alten Holzhalle dauern, die mit ihren 1000 Quadratmetern spätestens zum Beginn der neuen Session von den rund 40 Wagenbauern der 13 Karnevalsgesellschaften genutzt werden soll. Außerdem wird diese Halle natürlich auch als Parkhaus für die bereits fertiggestellten Motiv- und Gesellschaftswagen dienen, die auf ihren nächsten Rosenmontagseinsatz warten.

„Wichtig ist, dass unsere Gesellschaften jetzt Planungssicherheit haben und ihre Wagen in einer warmen und trockenen Halle bauen können“, betont Jansen mit Blick auf den zunächst 20 Jahre laufenden Pachtvertrag, den die Karnevalisten mit dem städtischen Immobilienservice abgeschlossen haben. Und Chef-Wagenbauer Teo Kuhs meint: „Das löst bei den Wagenbauern Freude aus. Endlich haben wir einen festen Platz und werden nicht mehr herumgeschubst. Da hat man wirklich etwas Gutes auf die Beine gestellt.

Es hat ja auch lange genug gedauert.“ Der Chef des städtischen Immobilienservice, Frank Buchwald, der auch zur 67-köpfigen Ehrensenatorenschaft des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval gehört, betont: „Wir haben uns hier an Pachtverträgen orientiert, wie sie die Stadt auch mit Sportvereinen abschließt.“ Für den gebürtigen Rheinländer „ist das Brauchtum Karneval mit seinen Saalveranstaltungen und dem Rosenmontagszug eine genau so wichtige Säule der Stadt wie die Sportvereine.“ In diesem Zusammenhang weist Jansen nur zu gerne darauf hin, dass der Rosenmontagszug mit seinen rund 100 000 Zuschauern und Teilnehmern Mülheims größte Einzelveranstaltung ist. Was das Projekt Wagenbauhalle kosten wird, kann und will der Chefkarnevalist noch nicht sagen, spricht aber von einer sechsstelligen Summe. Das Geld haben die Karnevalisten ganz ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand alleine mit Spenden, Veranstaltungsüberschüssen und den Anzeigenerlösen des Narrenkuriers erwirtschaftet. Ein Teil der Spenden kam durch den Verkauf von Schlüsselanhängern in der Form eines kleinen Goldbarrens in die Kasse. Diese kann man auch jetzt wieder für fünf Euro beim Hauptausschuss Groß-Mülheimer Karneval erwerben.Den Neubau und die Restaurierung der Wagenbauhallen an der Hafenstraße refinanzieren die Karnevalisten zum Teil auch dadurch, dass sie einen Teil des insgesamt 2700 Quadratmeter großen Grundstücks an einen Containerdienst und einen Handwerksbetrieb vermieten.Apropos Container. Neben die 400 Quadratmeter großen Wagenbauhalle wird noch ein 18 Meter langer Container aufgestellt, der unter anderen Platz für Aufenthalts- und Besprechungsräume sowie ein kleines Karnevalsarchiv bieten soll.

Weitere Informationen unter: 0208/3018415 oder im Internet unter: http://www.muelheimer-karneval.de/

Dieser Text erschien am 19. Juni 2010 in der NRZ

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