Freitag, 25. Juni 2010

Portrait: Die Petrikirche war für ihn immer das Zentrum: Altstadtpfarrer Peter Vahsen wird in den Ruhestand verabschiedet

„Damals war ich der jüngste im Pfarrkreis. Heute bin ich der Älteste“, sagt Peter Vahsen. So ist der Lauf der Dinge. Am 27. Juni wird der 65-jährige Theologe und Pädagoge nach 36 Berufsjahren dort in den Ruhestand verabschiedet, wo er als evangelischer Altstadtpfarrer das Wort Gottes verkündet hat: in der Petrikirche. Der Gottesdienst mit Superintendent Helmut Hitzbleck beginnt um 10 Uhr. „Die Petrikirche war und ist für mich das Zentrum. Das Gebäude, der Raum, die Orgel und die so reichhaltige Kirchenmusik haben mich nicht nur inspiriert, sondern getragen und mir Kraft und Anregung gegeben“, betont Vahsen.Durch seinen Studienfreund und Kollegen, den späteren Superintendenten Frank Kastrup, kam Vahsen 1974 aus seiner Heimatstadt Düsseldorf nach Mülheim.

Die Menschen hier hat er immer als „herzlich, offen und aufgeschlossen für Neues“ erlebt. Auch wenn die evangelische Stadtkirche im Umbruch begriffen ist, die Altstadtgemeinde ging 2006 in der Vereinten evangelischen Kirchengemeinde auf, ist der Seelsorger zuversichtlich, dass Kirchenkreis und Gemeinde den Menschen auch unter veränderten Rahmenbedingungen „ein Zuhause geben können.

“So hat sich der Pfarrer, der im Ruhestand viel lesen und reisen möchte, auch immer als seelsorgerischer Begleiter der Menschen gesehen, ob im Kindergarten, im Altenheim, in Gesprächskreisen, bei Familienfreizeiten, in Gottesdiensten oder in Trauergesprächen.„Die Vielseitigkeit und die Begegnungen mit Menschen aller Generationen“ bewogen ihn denn auch, nach dem Abitur nicht Germanistik oder Jura, sondern Theologie und Pädagogik zu studieren. „Weil das viel mit mir zu tun hatte und ich mich damit identifizieren konnte.“

Trotz religionskritischer Phasen in seiner Jugend fühlte sich Vahsen letztlich immer als „ein auch in kritischen Situationen von Gott gut begleiteter Mensch.“Und so versteht er auch das biblische Vorbild Jesu: „Menschen in hellen und in dunklen Situationen ihres Lebens beizustehen.“

Dieser Text erschien am 25. Juni 2010 in der NRZ

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