Montag, 19. Juli 2010

Vor 200 Jahren starb Preußens Königin Luise, die als Prinzessin auch Broich besuchte


Ihre Beziehung zu Mülheim war kurz, so wie ihr Leben. Am 19. Juli 1810, also auf den Tag genau, vor 200 Jahren starb Preußens Königin Luise gerade einmal 34 Jahre alt an den Folgen einer Lungenentzündung und, so will es die Legendenbildung, am gebrochenen Herzen.
Als sie 1787, 1789 und 1791 mit ihrer Großmutter, der Landgräfin Marie Luise Albertine von Hessen-Darmstadt, jeweils für wenige Monate, auf deren Besitz Schloss Broich weilte, war sie noch die Prinzessin zu Mecklenburg-Strelitz. Ihr Vater Herzog Karl zu Mecklenburg-Strelitz war Schwager des englischen Königs Georg III. und verwaltete als Gouverneur in dessen Auftrag das Kurfürstentum Hannover.

Weil Lusises Mutter und Stiefmutter früh im Kindbett starben, wurde die Prinzessin von ihrer Großmutter erzogen. Zwei Jahre, nach ihrem letzten Besuch in Broich heiratete Luise den späteren preußischen König Friedrich Wilhelm III. In 17 Ehejahren schenkte sie ihm zehn Kinder und wurde zur Legende, als sie 1807, wenn auch vergeblich versuchte, Napoleon davon zu überzeugen, dem geschlagenen Preußen einen milden Friedensvertrag zu gewähren. Dieser Einsatz, verbunden mit Anmut, Herzenswärme und Volksnähe, ließ die früh verstorbene Luise in der Erinnerung ihrer Landsleute zur Königin der Herzen werden, die als "preußische Madonna" und als Ikone der nationalen Einheit verehrt wurde. Auch in Mülheim fand der Luisenkult seinen Niederschlag. Die Prinzeß-Luisen-Straße in Broich, das Luisental an der Ruhr, die Luisenschule und ihre Büste im Schloss Broich, die früher in den Ruhranlagen stand, halten die Erinnerung an Luise auch bei uns bis heute lebendig.

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