Sonntag, 28. Februar 2010

Rückblick: Der Großindustrielle Hugo Stinnes wurde vor 140 Jahren in Mülheim geboren

Er ist vielleicht der wirtschaftlich und politisch mächtigste Mülheimer gewesen. Hugo Stinnes. Am 12. Februar 1870 wird er in Mülheim geboren. Hier hat sein Großvater Mathias 1808 sein Unternehmen gegründet. Mit Kohlenhandel, Bergbau und Schifffahrt verdient die Familie ihr Geld.Hugo hat das unternehmerische Talent seiner Vorfahren geerbt und wird ein Wirtschaftsimperium schmieden, das bei seinem Tod (1924) aus mehr als 1500 Unternehmen mit fast 2900 Betriebsstätten und mehr als 4000 Unternehmensbeteiligungen bestehen wird.

Kein Wunder, dass seine Nachfolger und Erben dieses undurchschaubare Konglomerat auf Dauer nicht zusammenhalten können.Seine Zeitgenossen nennen Hugo Stinnes „den König von der Ruhr.” Er selbst bezeichnet sich als „Kaufmann aus Mülheim.” Eine maßlose Untertreibung, die aber zu seinem schlichten und bescheidenen Lebensstil passt. Die Anfänge seiner Unternehmerkarriere sind eigenwillig. Nach dem Abitur beginnt er eine Handelslehre in Koblenz und studiert Bergbau in Berlin, arbeitet zeitweise als Bergmann auf der Heißener Zeche Wiesche. Alle Ausbildungen bricht er ab, als er das Gefühl hat, genug zu wissen, und macht sich 1892 mit einem Kredit seiner Mutter selbstständig.

Seine Hugo-Stinnes-GmbH, die ihr Geld mit Kohlenhandel und Kohleverarbeitung verdient, wird zum ersten Baustein eines Weltkonzerns. Bau- und Chemieindustrie gehören ebenso dazu, wie Bergwerke, Stahlwerke, Banken, Versicherungen, Ölfelder, Papierfabriken, Handels- und Verkehrsgesellschaften, Zeitungen und Hotels.Der Kaufmann aus Mülheim ist ein meisterhafter Stratege und Taktiker, der seine wirtschaftlichen Interessen auch in schwierigen Zeiten wahrzunehmen weiß. Mit August Thyssen gründet er 1898 den Mülheimer Bergwerksverein und das Rheinisch Westfälische Elektrizitätswerk RWE, das zum größten Energieversorger Europas wird. Mit Carl Friedrich von Siemens und Emil Kirdorf schmiedet er 1920 die Siemens-Schuckert-Rheinelbe-Union, einen mächtigen Montan- und elektroindustriellen Konzern.

Auch politisch ist Stinnes beweglich. Er ist ein Gegner der Gewerkschaften, sucht aber die Zusammenarbeit mit ihnen und führt den Acht-Stunden-Tag ein, als sich der Wind nach dem Ende des Kaiserrreiches 1918 dreht. Im Ersten Weltkrieg unterstützt er die expansiven Kriegsziele des Alldeutschen Verbandes und unterstützt 1923 den passiven Widerstand gegen die französische Ruhrbesetzung. Doch er verhandelt auch mit den Franzosen, als er sieht, dass der passive Widerstand zu keinem Ergebnis führt. Auch Kriegsverluste und Inflation kann er durch neue Firmengründungen, Entschädigungen und Firmenkäufe ausgleichen. „Er kauft Unternehmen, wie andere Briefmarken”, sagen seine Zeitgenossen über ihn. 1920 wird er Mitglied der rechtsliberalen Deutschen Volkspartei und Abgeordneter des Reichstags. Er gehört zu den Männern, die die Friedens- und Reparationsbedingungen für Deutschland aushandeln. Gleichzeitig unterstützt Stinnes die rechten Gegner der jungen Republik, weil er das Rad der Geschichte auch sozialpolitisch zurückdrehen möchte.

Als Stinnes mit 54 Jahren, genauso alt wie seiner Zeit Großvater Mathias, an den Folgen einer Gallenblasen-Operation stirbt, schreibt der Mülheimer Generalanzeiger am 12. April 1924 in einem Nachruf: „Der Name Hugo Stinnes bedeutet mehr als die Bezeichnung einer Einzelpersönlichkeit. Er ist im Guten, wie im Bösen das Kennwort für eine Entwicklung der letzten Jahrzehnte geworden, die als stärkster Wesensausdruck des neuzeitigen Produktionskapitalismus empfunden wird, die als Folge des Kriegszusammenbruchs sich durchsetzende Verklammerung der Wirtschaft und Politik. Eine Folgeerscheinung der elementaren Ereignisse hat den Wirtschaftler Stinnes auf die politische Bühne gedrängt.”

Dieser Text erschien am 12. Februar 2010 in der NRZ

Sonntag, 21. Februar 2010

Närrische Nachlese: Jung und Jeck in Geberlaune - Der Rosenmontag mit den Kindertollitäten


Frohsinn kennt keinen Frost. Denn die Jecken haben ja die Sonne im Herzen. Das gilt auch für Kinderprinz Mirko Schuster und Kinderprinzessin Sandy Matuszczak (beide 14) sowie ihre Pagen Chiara Driesch (9) und Rene Reiße (11). Dennoch wollen sie und ihre Adjutanten Gabi und Hermann Josef Hüßelbeck an diesem schneeweißen, eiskalten Rosenmontag kleidungstechnisch kein Risiko eingehen.

Natürlich können sie nicht auf ihr rot-weißes Ornat aus Samt und Seide verzichten, das sie als Tollitäten ausweist und auf ihre Gesellschaft, den Mülheimer Carnevals Club Rot-Weiß, hinweist. Doch was man darunter anzieht, sieht ja keiner. Die Kindertollitäten setzen auf lange Strumpf- und Unterhosen, Jogginghosen, mehrere Pulloverschichten und Stulpen. Schließlich soll niemand beim Kammellewerfen, hoch oben auf dem Kinderprinzenwagen, kalte Füße bekommen oder eine Erkältung als Andenken an den Rosenmontagszug behalten.
So gut eingepackt, kann die Kälte kommen. Die Probe aufs Exempel haben die Kindertollitäten am Sonntag gemacht, als sie beim Kinderkarnevalszug in Ratingen mitgefahren sind, ehe sie in der Speldorfer Wagenbauhalle ihren von den Eltern gebauten Kinderprinzenwagen beladen haben.

Doch bevor Chiaras Vater Dietmar Driesch die Kindertollitäten im Prinzenmobil zum Aufstellplatz an der oberen Kaiserstraße chauffiert, dürfen sich alle bei einem Prinzenfrühstück, zu dem der Musikzug der KG Blau Weiß in den Altenhof eingeladen hat, erst mal stärken. Die Kindertollitäten werden sich später, nach dem Rosenmontagszug, mit einem Auftritt und ihrem Piratentanz beim Rosenmontagsball der Blau Weißen revanchieren.
Doch erst mal gilt es für Kinderprinzen und Pagen die Frühstücksrisiken auszuschalten, die Kakao, Marmelade und Wurst für die Ornate mit sich bringen. Mit Fettfleck und Kakao auf der Prinzenkluft zum Rosenmontagszug? Das muss nicht sein. Der närrische Hofstaat hat mit Prinzenlätzchen, die MCC-Tanztrainerin Margot Rudolph spendiert hat, bestens vorgesorgt. Auch Zugleiter Ulrich Pütz schaut beim Rosenmontagsfrühstück der Blau Weißen vorbei. Plötzlich klingelt sein Handy: "Draußen schneit es. Der Rosenmontagszug wird doch abgesagt", scherzt jemand. Darüber können die Jecken im Saal gar nicht lachen.

Kurz vor 13 Uhr verlassen die Kindertollitäten satt und sauber den Altenhof, um das Prinzenmobil zu besteigen. Normalerweise dürfen zu diesem Zeitpunkt keine Fahrzeuge mehr die Kaiserstraße passieren. Doch das Prinzenmobil ist nicht irgendein Auto. Deshalb wird es sofort freundlich durch die Straßensperren gewinkt. Ein Gefühl von Staatsbesuch. Damit es nicht zu staatstragend wird, legt Adjutant und Ex-Prinz Hermann-Josef noch schnell eine Karnevals-CD ein: "Da ist der Dieter da...Jetzt geht’s los. Wir sind nicht mehr aufzuhalten...Ich bin so stolz der Prinz von Mülheim zu sein", erklingen die jecken Töne mit Lokalkolorit, Marke Blue Moon und Thomas Straßmann. Man will ja schließlich in Stimmung kommen.
Obwohl es eigentlich bis zum Aufstellplatz des Kinderprinzenwagen mit der Zugnummer 17 nicht allzu weit ist, muss sich Fahrer Dietmar erst mal hinter einem Lastwagen des Roten Kreuzes einordnen, der im Schritttempo die an der Kaiserstraße wartenden Zugwagen abfährt und mit Wurfgut ausstattet. Adjutant Hermann-Josef, der nicht nur im Karneval, sondern auch beim Roten Kreuz ehrenamtlich aktiv ist, kurbelt das Fenster herunter und ruft seinen Kollegen zu: "Ist doch schön, wenn man euch auch mal arbeiten sieht." Derweil hat Prinzessin Sandy Verwandtschaft entdeckt: "Guckt mal, mein Opa als Scheich."
Kurz vor dem Zugstart um 14.11 Uhr heißt es am Kinderprinzenwagen: "Bitte einsteigen." Vorher verleiht das Kinderprinzenpaar noch schnell ein paar Orden an verdiente Zugteilnehmer wie etwa Wolfgang Thommessen vom Technischen Hilfswerk oder Achim Schultenbaumer, der den Zugwagen des Kinderprinzenpaares mit seinem Traktor zieht. Die sportlichste Ordensverleihung des Tages übernimmt Pagin Chiara. Assistiert von ihrem Vater, steigt sie auf Kupplung zwischen Traktor und Kinderprinzenwagen, um Spike einen überdimensionalen Kinderprinzenorden umzuhängen. Der Pinguin aus Pappmaché ist das Maskottchen des Kinderprinzenwagens. Dessen Kernbereich ist ein großes Herz mit einer Krone, aus dem Prinz Mirko und Prinzessin Sandy später werfen, was das Zeug hält.
Das haben wir ja auch so bestellt," scherzen sie, als sich plötzlich und rechtzeitig zum Zugstart die Sonne blicken lässt. "Das liegt bestimmt daran, dass ich gestern meine Spaghetti alle aufgegessen habe", vermutet Pagin Chiara. Und dann wird es ernst. Tausende von Jecken am Straßenrand wollen Kamelle und Co. Während das Kinderprinzenpaar aus seiner erhöhten Kronenkuppel wirft, muss sich der restliche Hofstaat den Platz darunter teilen. Der ist äußerst gering. Denn der gesamte Wagen ist ein rollendes Warenlager, in dem nicht nur Kamelle, sondern auch Plüschbären, Bälle, Handytaschen, Chipstüten, Popcorn und vieles mehr massenhaft mitfahren. Obwohl die gesamte Besatzung des Kinderprinzenwagens beim Werfen alles gibt und nicht knausert, bleibt nach 3,6 Kilometern Zugstrecke noch manches übrig.
So etwas ist selten auf den Wagen des Rosenmontagszuges. Die geleerten Pappkartons und Plastiksäcke werden auf der Schloßbrücke mit vereinten Kräften über die Wagenbrüstung in einen großen Müllcontainer der Mülheimer Entsorgungsgesellschaft gehievt, Nach ihrem Ausstieg an der Stadthalle sind sich Mirko, Sandy, Chiara und Rene einig: "Es war toll, aber leider viel zu schnell vorbei."

Montag, 15. Februar 2010

Einmal Prinz und Prinzessin sein: Ein Gespräch mit dem amtierenden Prinzenpaar der Stadt Mülheim


Kurz vor dem Beginn der tollen Tage hatte ich Gelegenheit, das folgende Gespräch mit den mölmschen Tollitäten Prinz Markus und Prinzessin Sandy (Uferkamp) zu führen, in dem sie ihre Sessionserfahrungen Revue passieren ließen und über ihr ganz persönliches Karnevals-Credo sprachen.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Prinzen- und Prinzessinnenrolle besonders gut?
Markus: Den Karneval mal aus einer anderen Sicht zu erleben. Ich kann jetzt aus eigene Erfahrung sagen: Einmal im Leben Prinz zu sein, durch volle Säle zu ziehen und Menschen zu erfreuen ist großartig.
Sandy: Es macht riesig Spaß und ist nicht so stressig, wie ich vorher geglaubt hatte. Ich finde es spannend mal über den närrischen Tellerrand meiner eigenen Gesellschaft Blau Weiß hinauszuschauen.

Sind die Säle heute wirklich noch voll?
Markus:
Man darf Mülheim nicht mit rheinischen Karnevalshochburgen vergleichen. Wenn etwa der MCC mit seinem Fest der Feste am Samstag 300 Leute in die Stadthalle bekommen hat, ist das eine beachtliche Leistung. Die Stimmung in den Sälen ist gut. Und wenn sich herumspricht, dass auch die Qualität des Programms stimmt, werden auch die Säle wieder voller, sobald die Wirtschaft wieder anzieht.

Woran mussten Sie sich als närrische Regenten erst gewöhnen?
Sandy:
An das Sprechen auf der Bühne und vor vielen Leuten. Ich habe mir Karten mit Stichworten zurecht gelegt, damit ich nicht ins Stottern komme. Doch wenn man das fast täglich macht, wird man lockerer und sicherer.
Markus: Für mich war es gewöhnungsbedürftig, nicht im schwarzen Anzug, sondern im weißen Prinzenornat zur Karnevalsveranstaltung zu gehen. Man bewegt sich in so einem Kostüm doch ganz anders. So etwas kann man auch nicht wirklich proben. Aber inzwischen lebe ich die Rolle, die mir als Prinz vorgegeben ist.

Warum sollte man zum Möhnensturm und zum Rosenmontagszug kommen?
Sandy:
Das gehört doch zum Karneval dazu. Wir feiern zusammen und erobern die närrische Regentschaft. Dann bekomme ich endlich auch mal das Zepter in die Hand. Und wenn wir dann noch die Stadtschlüssel erobern, gehört uns Narren die Stadt.
Markus: Wir wissen auch schon, wie wir das anfangen. Aber verraten dürfen wir natürlich noch nichts. Ich kann nur sagen: Jede Karnevalsveranstaltung ist für sich einzigartig. Und das gilt auch für den Möhnensturm und den Rosenmontagszug.

Haben Tollitäten vor den tollen Tagen Lampenfieber?
Sandy:
Lampenfieber hatten wir nur vor der Prinzenproklamation. Jetzt sind wir lockerer und freuen uns nur noch auf das, was in den tollen Tagen auf uns zukommt.

Wie können Sie die närrische Regentschaft mit der Leitung ihres Gerüstbauunternehmens verbinden?
Markus:
Da ich das Unternehmen zusammen mit meiner Schwester leite und auch gute Bauleiter habe, auf die man sich verlassen kann, kann ich mir für die tollen Tage frei nehmen. Anders ginge das auch nicht, wenn man als Prinz an diesen Tagen nicht den Kopf frei hätte. Außerdem ist die Auftragslage unserer Branche im Winter etwas ruhiger. Im Sommer hätte ich das gar nicht machen können.

Feiern Frauen anders Karneval als Männer?
Sandy:
Also der närrische Hausfrauennachmittag der MükaGe-Müttergarde im Handelshof war schon toll. Das hat Spaß gemacht. Da tobte der Saal und die jecken Wiwer standen auf den Stühlen.

Markus: Ich glaube nicht, dass Männer anders Karneval feiern als Frauen. Wer wirklich jeck ist, ob Mann oder Frau, feiert den Karneval ausgelassen und stimmungsvoll.

Wann bekommen Sie Spaß an der Freude?
Sandy/Markus: Wenn wir unseren Humor versprühen können und merken, dass wir damit beim Publikum gut ankommen.

Worüber können Sie gar nicht lachen?
Sandy/Markus:
Über Regen und Schnee an Weiberfastnacht und Rosenmontag. Und natürlich darüber, dass wir am Aschermittwoch unsere Insignien wieder abgeben müssen.

Was werden Sie nach Aschermittwoch vermissen?
Sandy:
Natürlich den Karneval mit seiner Fröhlichkeit und seinen schönen Prunksitzungen.
Markus: Aber nach Aschermirttwoch ist ja auch vor dem Elften im Elften. Nur die Zeit bis dahin muss man irgendwie überbrücken.

Was nehmen Sie aus der Fünften Jahreszeit für den Ernst des Lebens mit?
Sandy:
Wir sind viel lockerer geworden und haben gelernt vor großem Publikum frei zu sprechen.
Markus: Ich kann nur sagen. Es ist eine tolle Erfahrung. Ich würde es wieder machen und jedem dazu raten, der schon mal darüber nachgedacht hat, so etwas zu tun. Jede Minute und jeder Cent, den wir investiert haben, hat sich gelohnt.

Das Interview erschien am 8. Februar in der NRZ.

Sonntag, 14. Februar 2010

Der Dümptener Turnverein bewegt und verbindet die Menschen im "Königreich" seit 125 Jahren


Vereine haben heute oft Nachwuchsprobleme, weil sich Menschen nicht mehr so gerne auf Dauer binden möchten. Es geht auch anders. Das zeigt die Erfolgsgeschichte des Dümptener Turnvereins (DTV), der jetzt seinen 125. Geburtstag feierte. Was 1885 mit der ersten Turnstunde begann, ist heute der zweitgrößte Sportverein der Stadt. Der Anfang war allerdings schwer. Neun Jahre dauerte es, ehe der Verein die 100-Mitglieder-Grenze überschreiten konnte.Heute bringt der DTV mit einem Breitensportangebot, das mit der Babyfitness anfängt und mit der Senioren-Gymnastik aufhört, rund 1700 Menschen in Bewegung. Zählt man die Kursteilnehmer des Mülheimer Sportbundes und Siemens-Betriebssportler hinzu, die die Infrastruktur des Vereins nutzen dazu, sind es mehr als 2000.

Der DTV besitzt zwei Vereinsheime mit drei Sportsälen, einem Kraftraum und sieben Tennisplätze.Dass der DTV Generationen verbindet, wurde bei der Jubiläumsfeier im Vereinsheim an der Nikolaus-Ehlen-Straße deutlich. Die erfrischenden Tanzshows der Amoja-Kids (das steht für Aerobic, Modern Dance und Jazztanz) und der Girl’s Nation standen dabei für die Abteilung Nachwuchs, die Ehrung der beiden ältesten Vereinsmitglieder Heidi Bender (Jahrgang 1915) und Adele Bruck (Jahrgang 1919) für die Abteilung Tradition. Beide Damen waren bis vor kurzem noch bei der Senioren-Gymnastik aktiv und treffen sich bis heute regelmäßig mit den aktiven Turnerinnen im Vereinslokal an der Nikolaus-Ehlen-Straße. „Das war immer sehr gesellig. Da haben sich viel Freundschaften entwickelt und wir haben zusammen auch manchen schönen Ausflug gemacht“, erinnern sich Bruck und Bender an ihre alte Turnerinnenriege, die in ihren jüngeren Jahren auch vor anspruchsvollem Geräteturnen nicht zurückschreckte.Der ehemalige Geschäftsführer Walter Brückers und Horst Makosch, die beide beim DTV Tennis spielen, sehen die wichtigste Stärke ihres Vereins darin, „dass er immer breit aufgestellt war und nicht nur viele verschiedene Sportarten, sondern auch Menschen aus allen sozialen Schichten integrieren konnte.“ Allein schon das sportliche Spektrum des DTVs beeindruckt. Boxen und Fußball spielen kann man hier ebenso wie Turnen, Tennis oder Volleyball spielen. Leichtathletik und Turnen haben unter dem DTV-Dach ebenso Platz, wie Wellness, Karate, Judo oder Aerobic. Allein 225 Kinder und Jugendliche spielen in elf Mannschaften des DTVs Fußball.

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld, die in den 60er Jahren selbst beim DTV aktiv turnte, lobte die Vereinsarbeit in ihrem Grußwort zum Geburtstag als ein Paradebeispiel „für bürgerschaftliches Engagement“ und „als Investition in die Zukunft.“ In 125 Jahren die Mitgliederzahl stetig zu steigern „und immer wieder Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich für den Verein engagieren“, so Mühlenfeld, sei „eine stolze Leistung.“ Vor dem Hintergrund dieser Erfolgsgeschichte zeigte sich auch Bezirksbürgermeisterin Heike Rechlin-Wrede zuversichtlich, dass der DTV „auch schwierige Zeiten in der Zukunft erfolgreich meistern wird.“

Dass der DTV in seiner 125-jährigen Geschichte schon viele Schwierigkeiten gemeistert hat, machte der Vereinsvorsitzende Ingo Fieg in seinem Parforceritt durch die Vereinschronik deutlich. „Damit könnten Sie heute alle finanziellen Lasten der Stadt bezahlen“, sagte Fieg mit Blick auf die Oberbürgermeisterin und den Monatsbeitrag des DTVs, der am 1. November des Inflationsjahres 1923 bei stolzen 30 Milliarden Reichsmark lag. Noch schwerer als alle materiellen Probleme wog zweifellos der Verlust an Menschenleben, die der DTV in zwei Weltkriegen verkraften musste. Kaum vorstellbar erscheint heute, dass der DTV in seinen ersten Jahrzehnten ein reiner Männerclub war und erst 1914 eine Frauenabteilung gründete.Mit dem Hinweis auf den Hallenweltrekord, den der Leichtathlet Ralf Lübke 1983 über 200 Meter aufstellte. unterstrich Fieg, dass Aktive im Breitensportverein DTV auch sportliche Höchstleistungen erbracht haben. Doch nicht nur sportliche, sondern auch organisatorische Meisterleistungen mussten in 125 Jahren DTV bewerkstelligt werden. Zur letzteren Kategorie gehörten zweifellos der Bau des 1977 eröffneten Vereinsheimes an der Nikolaus-Ehlen-Straße mit den dazugehörigen Tennisplätzen, die Integration der Mitglieder des 2001 aufgelösten Sportvereins Dümpten 13 und der Bau eines neuen Clubhauses am Schildberg im Jahre 2003.

Damit der DTV und andere Sportvereine ihre sportliche und soziale Integrationsarbeit weiter leisten können, darauf machte Herbert Holtmann vom Turnerverband Rhein Ruhr, beim Jubiläumsempfang aufmerksam, brauchen sie auch in Zeiten der öffentlichen Haushaltskonsolidierung die Unterstützung durch die Politik.

Dieser Tecxt erschien am 11. Februar 2010 in NRZ und WAZ

Donnerstag, 11. Februar 2010

Bürger helfen Bürgern: Warum 14 Führugskräfte der RWW für die Caritas zur Malerkolonne wurden

Wenn man an Führungskräfte aus der Wirtschaft denkt, sieht man vor seinem geistigen Auge Schreibtischtäter mit Schlips und Kragen, die sich nicht die Finger schmutzig machen. Dass es auch anders gehen kann, zeigten am Samstag 14 Führungskräfte der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW).


An ihrem arbeitsfreien Tag zogen sie einen Overall über und nahmen den Pinsel in die Hand, um eine ehemalige Flüchtlingswohnung an der Vereinsstraße frisch zu streichen. Thomas Prattes, im richtigen Leben technischer Werkstattleiter bei RWW, ging davon aus, dass seine Kollegen und er im Laufe ihres auf sieben Stunden angesetzten Arbeitseinsatzes als Malerkolonne 50 Liter Wandfarbe und 7,5 Liter Lack für Heizkörper, Türen und Fensterrahmen verarbeitet haben werden. Hinzu kommen noch 55 Quadratmeter PVC-Boden, die in den nächsten Tagen verlegt werden.

"Wir hätten die notwendigen Renovierungsarbeiten gar nicht so schnell und hochwertig durchführen können", freute sich die stellvertretende Caritas-Direktorin Margret Zerres über die handfeste Hilfe aus dem so genannten Top-50-Kreis des RWWs, der seinem Namen an diesem Tag alle Ehre machte.

Neben der unentgeltlichen Arbeitskraft seiner Führungskräfte spendierte RWW auch die Materialkosten für die Renovierung und Büromöbel, die im eigenen Unternehmen ausgedient haben. Denn in der ehemaligen Flüchtlingswohnung an der Vereinsstraße 10, die die Stadt der Caritas zur Verfügung gestellt hat, sollen drei Büroräume für das im gleichen Haus ansässige Caritas-Zentrum Eppinghofen entstehen. Hier wird Zuwanderern und Flüchtlingen geholfen, aber auch Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind. Es geht um praktische Integrationshilfe.


Zerres hofft, durch die neuen Büroräume im Obergeschoss zusätzlichen Raum für Gruppenangebote im Untergeschoss des Hauses schaffen zu können. Dabei denkt sie zum Beispiel an Sprach- und Alphabetisierungskurse für Frauen aus Flüchtlings- und Zuwandererfamilien oder an eine Hausaufgabenbetreuung für deren Kinder.
"Wir wollen aber auch das eherenamtliche Engagement der Migranten fördern", unterstreicht die stellvertretende Caritas-Chefin. Denn ihr geht es darum, "dass wir nicht nur etwas für Zuwanderer tun, sondern uns alle als Mülheimer sehen, die überlegen, wie wir uns gegenseitig unterstützen können."


Bleibt die Frage, warum RWW-Führungskräfte für die Caritas und ihre Klienten den Pinsel in die Hand nehmen. Der technische Projektleiter Prattes formulierte seine Motivation so: "Ich wollte einfach mal etwas gutes für die Stadt Mülheim und für Menschen tun, die nicht auf der Sonnenseite leben." Der ebenfalls zur RWW-Malerkolonne gehörende Unternehmenssprecher Ulrich Schallwig, der bei der Mitgliederversammlung des Centrums für bürgerschaftliches Engagement den Kontakt zur Caritas herstellte, glaubt: "Das kann sich nur positiv für den Alltag in unserem Unternehmen auswirken, wenn man durch so eine Aktion Kollegen aus anderen Unternehmensbereichen mal ganz anders kennen lernt und mit ihnen in ganz anderen Zusammenhängen zusammenarbeitet."

Der Chef der RWW-Hauswerkstatt, Wolfgang Meisterknecht, sagte zu seinem ehrenamtlichen Anstreichertag: "Das ist Arbeit für einen guten Zweck, für die Caritas. Man weiß, dass es heute überall klemmt und die Gelder fehlen. Und für eine Sache mit einem so guten Hintergrund bin ich auch gerne bereit, etwas zu tun." Seine Kollegin Gabi Stachelhaus aus dem RWW-Informationmanagement formulierte es so: "Ich finde alle Projekte gut, bei denen man zusammenarbeitet und sich gegenseitig hilft."

Dieser Text erschien am 16.01.2010 i der NRZ

Samstag, 6. Februar 2010

Blau Weiß, Kolping, Karneval: Gemeinsam feiert es sich besser











Wer das karnevalistische Großereignis mit Glitzer und Glamour sucht, kommt hier nicht auf seine Kosten. Doch wer familiären und bodenständigen Karneval mag, der war am Freitagabend bei der Gemeinschaftssitzung, zu der die Broich-Speldorfer Kolpingfamilie und die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß einluden, an der richtigen Adresse. Hier hatte man auch diesmal als Zuschauer das betont angenehme Gefühl: Auf der Bühne stehen Menschen wie du und ich. Prinz Markus, dessen Frau und Prinzessin Sandy bei den Blau-Weißen Ehrensenatorin ist, sagte es schließlich so: „Es ist schön, unter Freunden zu sein.”

Knapp 150 Jecken, mehr hätten in den Broicher Herz-Jesu-Pfarrsaal auch nicht hineingepasst, hatten viel Spaß, an dem, was ihnen an Musik, Tanz, Gesang und Wortwitz aus der Bütt geboten wurde. Und je später der Abend, desto mehr gingen die Jecken aus sich heraus. Spätestens, als Blau-Weiß-Präsident Thomas Straßmann die Rollen wechselte und vom Sitzungspräsidenten zum Schlagersänger wurde, gab es auch für Prinz Markus und seinen närrischen Hofstaat kein Halten mehr. Unter den Klängen von „Ich fand sie irgendwo, in Mexiko” oder „Good bye, my love” und: „Aber bitte mit Sahne”, starteten die Tollitäten eine von Straßmann immer wieder musikalisch angeheizte Polonaise, bei der es nur ganz wenige Narren im Saal auf ihren Stühlen hielt.

Doch nicht nur Straßmann erwies sich an diesem Abend als Multitalent der guten Laune. Auch Kolpingschwester Adelgunde Hüring stand nicht nur am Buffet, sondern auch in der Bütt ihre Frau. Als Apothekersfrau kitzelte sie mit
kleinen Dönekes aus dem Alltag die Lachmuskeln ihrer Zuhörer. Besonders viele Lacher hatte sie mit ihrem Ferienbericht vom Bauernhof auf ihrer Seite: „Die ersten drei Tage waren wirklich klasse. Doch dann starb der Hahn. Da gab es morgens, mittags und abends Hühnersuppe. Dann starb die Kuh. Da gab es morgens Frikadellen, mittags Rinderbrühe und abends Sauerbraten. Doch als der Großvater der Bauernfamilie plötzlich krank wurde, haben wir vorzeitig die Heimreise angetreten.”

Dass sich auch in Sachen Tanz bei den Blau-Weißen eine Menge tut, zeigten der Auftritt des neuen Tanzpaares Denis Arnold und Michelle Jacobs sowie die mit Saalraketen belohnten Garde- und Showtänze der Kinder und Junioren. Da gab es keine Angst vor anspruchsvollen Choreografien. Vor allem die Tanzmäuse der Kindergarde waren an diesem Abend schier unermüdlich. Obwohl sie bereits einen Auftritt im Hildegardishaus hinter sich hatten, tanzten sie nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne, etwa, als die Kindertollitäten Mirko, Sandy, Rene und Chiara mit ihrem Piratentanz die Bühne enterten.

Passend zur kalten und erkältungsträchtigen Jahreszeit belohnte die örtliche Kolpingfamilie, aus der die KG Blau-Weiß 1947 hervorgegangen ist, alle Aktiven auf der Bühne mit einem vitaminreichen Dankeschön, nämlich mit einer Flasche selbstgepressten Apfelsaftes. Der Vorsitzende der Kolpingfamilie, Karl Heinz Sell, hatte als Clown aber auch kostümtechnisch im Sitzungspräsidium die närrische Nase vorne.

Dieser Text erschien am 25.01.2010 in der NRZ

Mittwoch, 3. Februar 2010

Warum Schwester Ingeborg aus dem St. Marien-Hospital die Auszeichnung mit der Nikolaus-Groß-Medaille verdient hat



Sie hat ein offenes Ohr, ein Herz voller Liebe und immer einen guten Rat. Ich bedaure es, dass ich in den ersten Minuten meines Lebens nicht durch ihre Hände gegangen bin." Mit diesen Worten beschrieb Stadtdechant Michael Janßen (rechts) beim Neujahrsempfang der katholischen Stadtkirche im Pfarrsaal St. Barbara die neue Trägerin der vom Mülheimer Bildhauer Ernst Rasche gestalteten und zum zweiten Mal vergebenen Nikolaus-Groß-Medaille: Schwester Ingeborg. Seit 1960 half die 79-jährige Kinderkrankenschwester im katholischen Krankenhaus insgesamt 20 000 Babys auf die Welt. Obwohl sie längst im Ruhestand ist, steht die Elisabeth-Schwester bis heute an jeweils vier Tagen in der Woche kranken Menschen im Marien-Hospital mit ihrer Zeit und Zuwendung bei und strahlt mit ihrer Glaubenskraft das Charisma aus, das Janßen bei vielen Christen vermisst.

In seiner Predigt vor dem Empfang hatte der Stadtdechant bei einem Festgottesdienst in der Barbarakirche erklärt, "dass die Kirche auch heute auf Menschen angewiesen ist, die mit ansteckendem Charisma und selbstverständlich im Leben stehend Zeugnis von der frohen Botschaft Christi und der damit verbundenen Hoffnung geben." Dabei wies Janßen auf das Lebensbeispiel des 2001 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochenen Widerstandskämpfers Nikolaus Groß und seiner Frau Elisabeth hin. Der katholische Journalist und Arbeiterführer Groß, Vater von sieben Kindern, war wegen seines Kampfes gegen die Hitler-Diktatur vor 65 Jahren in Berlin hingerichtet worden.

In ihren Dankesworten gab sich Schwester Ingeborg gewohnt bescheiden: "Ich möchte schlicht Danke sagen. Aber ich kann diese Auszeichnung nur stellvertretend für mein geliebtes St. Marien-Hospital und meine Mitschwestern entgegennehmen." Mit ihrer Auszeichnung tritt Schwester Ingeborg in die Fußstapfen des Ehrenstadtdechanten und Pfarrers von St. Barbara, Manfred von Schwartzenberg, der im Vorjahr mit der ersten Nikolaus-Groß-Medaille ausgezeichnet worden war. Pfarrer von Schwartzenberg hat sich als Initiator und Textdichter eines viel beachteten Nikolaus-Groß-Musicals um die Erinnerung an den seligen Widerstandskämpfer aus dem Ruhrgebiet verdient gemacht.

Montag, 1. Februar 2010

Ein Schicksal zwischen Hakenkreuz, Kreuz und David-Stern: Warum engagierte Christen an den Dichter Jochen Klepper und seine Familie erinnern



Wer in sein Gesangbuch schaut, wird unter den dort abgedruckten Liedern Namen und Jahreszahlen finden. Sie weisen auf die Autoren und ihre Zeit hin, in denen die Kirchenlieder geschrieben worden sind. So stieß der pensionierte Lehrer Norbert Schmitz auf den Namen Jochen Klepper. Er hat Kirchenlieder wie "Die Nacht ist vorgedrungen" und "Gott wohnt in einem Licht" geschrieben. Schmitz fragte sich: "Wer ist Jochen Klepper?" Bei seinen Nachforschungen stieß er auf eine bewegende Biografie aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Der 1903 in Beuthen an der Oder geborene christliche Journalist und Schriftsteller Klepper heiratet 1931 die jüdische Kaufmannswitwe Johanna Stein, die mit Brigitte und Renate zwei Töchter in die Ehe bringt. Sie wachsen zu einer Familie zusammen. Und der selbst kinderlose Klepper wird Johannas Töchtern zum Vater. Doch die Nazis wollen keine christlich-jüdischen Mischehen. Sie setzen dem erfolgreichen Journalisten und Romanautor immer wieder zu.
Doch trotz Berufsverbot und Entlassung aus der Wehrmacht hält Klepper an seiner jüdischen Familie fest. Während die Tochter Brigitte vor Kriegsbeginn nach Schweden fliehen kann, bleiben Klepper, seine Frau Johanna und deren Tochter Renate in Berlin zurück. 1942 spitzt sich die Situation zu. Es droht die Zwangsscheidung und damit die Deportation von Frau und Tochter. Doch Klepper will lieber mit ihnen in den Tod gehen als sich von seiner Familie zu trennen.


Auf der Basis von Kleppers 1957 veröffentlichten Tagebüchern hat Schmitz jetzt mit der (literarischen) Freiheit eines Christenmenschen das Schicksal der Familie in einem Lesestück nachgezeichnet, das er selbst als einen "Beitrag zur Erinnerungskultur" begreift. 20 evangelische uind katholische Christen aus Broich und Speldorf haben sich von Schmitz als Darsteller gewinnen lassen, um das Lebensbild Kleppers am 21. Februar in der Evangelischen Kirche an der Wilhelminenstarße und am 28. Februar in St. Michael an der Schumannstraße in Speldorf auf die Bühne oder besser gesagt in den Altarraum zu bringen. Die beiden eintrittsfreien Aufführungen beginnen jeweils um 16 Uhr. Dabei sollte der Begriff "Lesestück" nicht abschrecken.


Wer die Proben in St. Michael gesehen hat, ist beeindruckt von der Tiefe der Texte und der Authentizität und inneren Anteilnahme, mit der sie von den Ensemblemitgliedern vorgetragen werden. Beim Betrachten der kargen Szenerie mit Tisch und Stühlen unter dem Altarkreuz von St. Michael, denkt man unweigerlich an Kleppers letzten Tagebucheintrag im Dezember 1942: Wir sterben nun – ach, auch das steht bei Gott. Wir gehen heute nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des Segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben." Und er hört Gina Koch in der Rolle von Johanna Kleppers Tochter Renate fragen: "Was haben wir Deutschland angetan? Wird uns Gott in seinem Reich ein Bleiberecht geben?" Auch Ginas Mutter Doris Koch und Michael Drüke verstehen es in ihren Dialogszenen als Johanna und Jochen Klepper deren Schwanken zwischen Verzweiflung, Trauer, Wut, Entschlossenheit und gläubiger Zuversicht zu verkörpern.


Dieser Text erschien am 22. Januar 2010 im Ruhrwort