Dienstag, 28. September 2010

Ulrich Stockem möchte, dass sich an seiner neuen Schule etwas tut


Am Otto-Pankok-Gymnasium hat das neue Schuljahr mit einem neuen Schulleiter begonnen. Der 50-jährige Ulrich Stockem, der zuvor eine Gesamtschule in Duisburg führte, versteht sich selbst als "Entwickler". Seine neue Schule, an der zurzeit 54 Lehrer 800 Schüler unterrichten, möchte er so weiterentwickeln, dass sie neue Anziehungskraft entwickelt und wieder mehr als 1000 Schüler haben wird.

Stockem, der zuvor in Duisburg eine Gesamtschule geleitet hat, hält nichts von einer ideologischen Schuformdiskussion. "Es gibt in allen Schulformen gute und schlechte Schulen", weiß der Lehrer, der mit Chemie, Sport und Sozialwissenschaft, eine ungewöhnliche Fächerkombination studiert hat.

Im Laufe seines Pädagogenlebens hat er bereits in verschiedenen Schulformen unterrichtet. Eine private Wirtschaftsschule und eine Realschule gehören ebenso zu den Stationen seines beruflichen Werdeganges wie ein Gymnasium in Duisburg und die Gesamtschule in Saarn. Wie will er jetzt das Otto-Pankok-Gymnasium neu aufstellen und attraktiver machen?

Wie will er die Schule, an der der Maler und Bildhauer Otto Pankok anno 1911 seine Reifeprüfung ablegte, neu aufstellen? Während Stockem die Schule im musischen und kreativen Bereich gut aufgestellt sieht, möchte er einen neuen Unterrichtsschwerpunkt Wirtschaft aufbauen und den Fremdsprachenbereich um Spanisch erweitern. Und abseits des Stundenplans soll auch die Werteerziehung gestärkt werden.

Samstag, 4. September 2010

Wie hält man es in Mülheimer Krankenhäusern mit der Hygiene?


Wer in ein Krankenhaus geht, tut dies in der Hoffnung, dass er es gesund wieder verlassen kann. Doch die tragischen Todesfälle in der Universitätsklinik Mainz mahnen auch die Mülheimer Kliniken. Viren, Bakterien und Keime sind ein auf den ersten Blick unsichtbares, aber umso gefährlicheres Gesundheitsrisiko.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft bestätigt Schätzungen, wonach bis zu 800.000 der insgesamt 18 Millionen Patienten, die jährlich in einem deutschen Krankenhaus behandelt werden dort an Keimen, Bakterien und Viren erkranken. In bis zu 50.000 Fällen sind die Folgen dieser Erkrankung sogar tödlich.

Was tun? Die Hygiene beginnt sowohl im St. Marien-Hospital als auch im Evangelischen Krankenhaus, das jeährlich rund 20.000 Patienten stationär behandelt, mit der Desinfektion der Hände. Die entsprechenden Desinfektionsmittel, die nicht nur von Ärzten und Pflegekräften, sondern auch von Besuchern genutzt werden sollten, kommen Geräten, die an einen Seifenspender erinnern und inzwischen in fast allen Klinikräumen zu finden sind.

Im Marien-Hospital testet man derzeit ein von an der Fachhochschule Gelsenkirchen entwickeltes Handhygiene-Monitoring, mit dem die quantitative Nutzung des Desinfektionsmittels durch elektronische Sendesignale dokumentiert und so überwacht werden kann.

Im Evangelischen Krankenhaus orientiert man sich im Kampf gegen die Ausbreitung des multiresistenten MRSA-Erregers am Beispiel der Niederlande. Wie dort, werden alle stationär aufgenommenen Patienten einer Risikobefragung unterzogen. Patienten, die bereits einmal vom MRSA-Erreger befallen waren, Dialyse-Patienten sind, innerhalb der letzten zwölf Monate stationär in einer Klinik oder innerhalb der letzten sechs Monate mit Antibiotika behandelt worden sind, gehören zur Risikogruppe. Deshalb werden sie zunächst so lange von den anderen Klinikpatienten isoliert, bis ein Labortest nachgewiesen hat, dass sie keinen MRSA-Erreger in sich tragen.

Nach Angaben der Hygienebeauftragten des Evangelischen Krankenhauses, Gabriele Kantor und Hans Georg Knoob (Foto , liegt das Risiko, dort an Bakterien, Viren oder Keimen zu erkranken mit 1,5 Prozent im Bundesdurchschnitt. In zwei Drittel aller Fälle, so betonen sie, würden Keime, Bakterien und Viren allerdings durch Patienten oder Besucher von außen in die Klinik gebracht. Deshalb warnen sie Besucher auch davor, sich mit ihrer Straßenkleidung aufs Patientenbett zu setzen.

Von selbst versteht sich in beiden Mülheimer Krankenhäusern, die nicht nur über eigene Hygienebeauftragte verfügen, sondern sich auch regelmäßig Kontrollen des Gesundheitsamtes stellen müssen, dass vor der Benutzung von Infusionsdosen, Spritzen oder Operationsgeräten die Desinfektion beziehungsweise Sterilisierung steht.

Zu diesem Thema erschien am 24. August 2010 ein Beitrag in der NRZ

Freitag, 3. September 2010

Geschichten aus dem Nahverkehr: Wenn einer mit Bus und Bahn fährt, dann kann er was erleben


"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen", wusste schon der Dichter Matthias Claudius. Das gilt auch für die kleinen Reisen nach nebenan. Das erfuhr jetzt der Unternehmensberater Michael Kutz. Sein Büro an der Oberhausener Straße steuert er täglich mit der Straßenbahnlinie 112 an. Auch seinen Kunden, die ihn dort besuchen, empfiehlt er die Bahn. Denn die hält direkt vor der Haustür.

Doch in letzter Zeit hat seine Begeisterung für die Bahn gelitten. Und Kutz fragt sich, ob er die Straßenbahn noch guten Gewissens empfehlen kann. Verspätungen und fehlende Anzeigen oder Durchsagen sind ihm ebenso ein Ärgernis wie Fahrkartenstempelautomaten, die außer Betrieb sind. "Dafür sind wir nicht zuständig", hörte er immer wieder wenn er Fahrer oder Kontroleure der Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) auf solche Missstände ansprach.



Doch als "Krönung" mangellender Servicekultur und Kundenorientierung empfand er die Ehrenrunde, die er kürzlich drehen musste, ehe er an seiner Ziel-Haltestelle Willy-Brandt-Schule aussteigen konnte. Obwohl er rechtzeitig den Halteknopf drückte, ließ der Fahrer ihn nicht aussteigen. Die Fahrt ging weiter und Kutz musste an der nächsten Haltestelle Landwehr aussteigen, um zurück zu fahren. Ärgerlich. Denn für den Unternehmensberater ist Zeit Geld.



Vom verantwortlichen Fahrer, bekam Kutz aber keine Entschuldigung, sondern nur ein gleichgültiges Achselzucken und eine abfällige Handbewegung als Antwort. Ist die MVG also Teil der Servicewüste Deutschland? Ihr Sprecher Jens Kloth verneint und bedauert den Vorfall. Die derzeit 260 Fahrer der MVG, so betont er, würden regelmäßig für einen freundlichen und deeskalierenden Umgang mit Fahrgästen geschult. Auch die Mitarbeiter der Leitstelle seien angewiesen, Verspätungen, elektronisch anzuzeigen oder per Lautsprecher durchzusagen.



Dass sich für Kutz die Straßenbahntür nicht öffnete, kann sich Kloth nur damit erklären, dass sich die entsprechende Elektronik durch häufigen gebraucht rasch abnutzt und schnell abnutzt. So könne es passieren, dass das Öffnungssignal nicht rechtzeitig im Bordcomputer des Fahrers angezeigt würde. Allerdings, so Kloth, würden alle Fahrzeuge mindestens einmal täglich gewartet, um sie bei Bedarf zu reparieren. Das gelte auch für die Fahrkartenstempelautomaten. Deren Farbbänder müssten aufgrund der starken Inanspruchnahme regelmäßig gewechselt werden. Im Zweifelsfall rät Kloth, sich sofort an den Fahrer zu wenden. Bleibt nur zu hoffen, dass man dann auf einen freundlicheren Kollegen im Führerstand trifft als zuletzt Michael Kutz. Aber das Leben ist eben eine Baustelle. Warum sollte es da beim Service in Bussen und Bahnen anders sein?

Ein Text zu diesem Thema erschien am 24. August in der NRZ