Montag, 17. Januar 2011

Den richtigen Ton getroffen: Die Musik im Kloster Saarn geht in ihr 25. Jahr


Was macht man mit einem Kloster, in dem längst keine Nonnen mehr beten und arbeiten? Vor dieser Frage standen die Freunde des 1214 gegründeten und 1808 aufgelösten Zisterzienserinnenklosters in Saarn, als die alte Klosteranlage vor 25 Jahren mit Geld von Stadt, Land und Bistum restauriert wurde. "Wir wollten die Klosteranlage und ihre Kirche auch außerhalb der gottesdienstlichen Liturgie für möglichst viele Bürger öffnen", erinnert sich der ehemalige Kulturdezernent Hans-Theo Horn, Bis heute engagiert er sich im Vereinsvorstand der Saarner Klosterfreunde.


Zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Freund Leo Werry kam er 1986 auf die Idee, Musik ins Kloster zu holen. "Das erste Konzert mit einem Kölner Ensemble, das mittelalterliche Musik spielte, war nicht gerade gut besucht", erzählt Horn von den schwierigen Anfängen. Doch der Klosterfreund und seine Mitstreiter blieben ihrem Motto treu: "Nicht das Anfangen, sondern das Durchhalten wird belohnt." Und sie wurden belohnt.


Die von der Müülheimer Sparkasse und der Leonhard-Stiftung geförderte Musik im Kloster Saarn, die jetzt mit einem Dreikönigskonzert in ihr Jubiläumsjahr gestartet ist wurde zu einem Publikumsmagneten, der nicht nur Musikfreunde aus dem ganzen Land, sondern auch bekannte Musiker aus dem In- und Ausland, wie etwa den Wiener Dom-Organisten Peter Planyavsky, seinen Pariser Kollgen Philippe Lefebvre von Nottre Dame oder den Trinity-Chor aus Cambridge anziehen.

Kirchenmusiker Werner Schepp, der das Programm der Musikreihe seit 20 Jahren als künstlerischer Leiter verantwortet, schätzt die Zahl der Konzertbesucher im Kloster auf rund 3000 pro Jahr. Sie hören im Kloster Saarn und seiner Pfarrkirche St. Mariae Himmelfahrt nicht nur Kammer- Chor- und Orgelkonzerte, sondern auch Kindermusicals. Allein das Dreikönigskonzert mit dem Ensemble Harmonie Universelle und der Mezzosopranistin Cornelia Maria Orendi begeisterte 200 Zuhörer mit Kammermusik von Telemann, Buxtehude und Hammerschmidt. "Wir sind zu einer festen Einrichtung geworden, weil wir geistige Impulse und einen verbindlichen Rahmen setzen, die zu der schönen Atmosphäre der Klosteranlage passen, die von Musikfreunden wie Musikern gleichermaßen genossen wird", beschreibt Werner Schepp die Erfolgsgeschichte der Musik im Kloster Saarn.

Weitere Informationen im Internet unter: http://www.musik-im-kloster-saarn.de/


Dieser Text erschien am 14. Januar 2010 im Ruhrwort

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