Samstag, 29. Januar 2011

Weil die Helfer Hilfe brauchen oder wie nicht nur ein Benefizkonzert der Caritas-Stiftung helfen kann



Weil mit der Zahl der Kirchenmitglieder auch die Zahl der Kirchensteuerzahler zurückgeht, bekommen auch die Sozialdienste der Caritas erheblich weniger Geld vom Bistum als noch vor Jahren. "Wir wollten nicht an die Klagemauer treten und uns statt dessen auf unsere Kreativität besinnen", erinnert sich Caritas-Vorstand Hans-Theo Horn an die Gründung der Caritas-Stiftung.

Nach einem Vorlauf von drei Jahren ging sie 2007 an den Start und hat inzwischen ein Stammkapital von 60.000 Euro angesammelt. Neben privaten Spenden und Zustiftungen flossen dem Stiftungskapital auch Erlöse aus bisher sechs Benefizkonzerten zu, die jeweils unter dem Motto: "Noten gegen die Not" Geld für die gute Sache einspielten. Das siebte Benefizkonzert geht am 30. Januar, um 17 Uhr in St. Mariae Geburt an der Althofstraße unter der musikalischen Leitung von Werner Schepp (Foto) über die Bühne.


Musikfreunde, die mit ihren 15 Euro für die Konzertkarte nicht nur Gutes hören, sondern auch Gutes tun können, erwartet ein klangvolles Programm mit weihnachtlicher Chormusik aus England und Chormusik von Johann Sebastian Bach. Musikalisch mit von der Partie sind ein Projekt- und der Jugendchor der Pfarrgemeinde St. Mariae Himmelfahrt, deren Kantor Werner Schepp uns sein Kollege Jens Christian Vogel aus St. Mariae Geburt sowie die Folkwangstudierenden Jens Hilger (Klavier) und Juliane Uthmann (Harfe).

Die Zahl der Konzertbesucher sieht Caritas-Vorstand Horn auch "als ein Barometer für die Wertschätzung für die Sozialarbeit der Caritas." Bei den sechs vorangegangenen Benefizkonzerten war die Marienkirche auf dem historischen Kirchenhügel stets gut besucht. Obwohl die Caritas-Stiftung in diesem Jahr erstmals Erträge ausschütten wird, braucht man angesichts des aktuellen Zinsniveaus keine große Phantasie zu entwickeln, um sich vorzustellen, dass mit dem gegenwärtigen Stammkapital noch keine großen Sprünge zu machen sind. Deshalb gilt bei der Caritas-Stiftung derzeit weiter das Prinzip Hoffnung, Hoffnung auf steuerlich begünstigte Spenden, Zustiftungen oder auch projektbezogene Zuwendungen.

Die ersten Erträge der Stiftung möchte ihr Vorstand Horn dem Industriecafe im Caritas-Zentrum an der Hingbergstraße zukommen lassen. Hier finden psychisch erkrankte Menschen ein tagesstrukturierendes Beschäftigungsangebot. Kommen sich Horn und seine Mitstreiter um Caritas-Direktorin Regine Arntz und Stadtdechant Michael Janßen nicht manchmal wie König Sisyphos vor, wenn sie mit ansehen, wie die Anforderungen an den katholischen Sozialverband steigen, weil die Armut zunimmt, aber die zur Verfügung stehenden Kirchensteuermittel abnehmen?


Horn beantwortet diese Frage immer wieder gerne mit seinem Lebensmotto: "Nicht das Anfangen wird belohnt, sondern das Durchhalten!" Und deshalb bleibt er auch davon überzeugt, "dass die Kirche stiften gehen muss."


Weitere Informationen zur Caritas-Stiftung bekommt man bei Hans Theo Horn unter der Rufnummer: 0208/481545, per E-Mail an: hans-theo@horn-mh.de oder im Internet unter: www.caritas-muelheim.de
Dieser Text erschien am 28. Januar 2011 im Ruhrwort: Weitere Informationen über die katholischen Wochenzeitung des Ruhrbistums finden Sie unter: www.ruhrwort.de

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