Dienstag, 22. März 2011

Gemeinsam zu neuer Stärke: Warum sich die Kolpinfamilien Zentral und Heißen-Heimaterde zusammengeschlossen haben



„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“ Etwas von diesem zeitlos gültigen Satz des Dichters Hermann Hesse war auch am Sonntag im Gemeindesaal von St. Theresia in Heimaterde zu spüren. Da wurde zur Feier des Tages eine Hochzeitstorte angeschnitten. Zuvor hatten sich die Kolpingfamilien Zentral und Heimaterde auf ihren Jahreshauptversammlungen das Ja-Wort für eine Fusion gegeben, bei der es, anders als in der Wirtschaft, nur Gewinner gibt.



„Wir haben bereits seit 2007 zusammengearbeitet“, sagt Andreas Pöhlmann aus Heimaterde zur Vorgeschichte der Fusion. Der 43-Jährige bildet zusammen mit Peter Prions und dem bisherigen Vorsitzenden der Kolpingfamilie Zentral, Peter Vieten, das Sprecherteam der neuen Kolpingfamilie Mülheim-Zentral-Heimaterde bildet.Demografischer Wandel„Als ich vor fast 50 Jahren zu Kolping kam, hatten wir noch rund 250 Mitglieder. Heute sind wir noch 20,“ beschreibt der 69-jährige Vieten den demografischen Wandel der 1856 noch mit der Unterschrift von Gesellenvater Adolph Kolping gegründeten Kolpingfamilie Zentral.



Ohne die jetzt vollzogene Fusion wäre diese Keimzelle des Mülheimer Kolpingwerkes zwangsläufig ihrer Auflösung entgegengegangen. Mit der Fusion ist jetzt eine neue Kolpingfamilie mit alten Wurzeln entstanden, zu der jetzt immerhin 180 Mitglieder zählen. 58 von ihnen sind jünger als 18 Jahre.„Wir müssen bei unseren Veranstaltungen mehr auf Klasse statt auf Masse setzen und vor allem unser Angebot für Kinder und Jugendliche ausbauen“, gibt Pöhlmann die Richtung vor. Wenn man das versäume, so glaubt er, werde die Kolpingfamilie in 50 oder 60 Jahren nicht mehr existieren.



Doch Pöhlmann, dessen kleiner Sohn auch schon bei Kolping mitmacht, sieht Ansatzpunkte, die ein positive Entwicklung befördern könnten.



„Wir haben hier in Heimaterde eine relativ große Messdienergruppe und viele junge Familien mit Kindern“, betont der Kolpingbruder und verweist in diesem Zusammenhang auch auf das seit vielen Jahren erfolgreiche Kolping-Kinderfest in der Heimaterde.Mit Blick auf die Nachwuchsförderung fängt die neue Kolpingfamilie am kommenden Sonntag, 20. März, schon mal an, indem sie nach dem Gottesdienst, der um 9.45 Uhr in St. Theresia vom Kinde Jesu beginnt, zu einem Spielevormittag mit Familienfrühschoppen ein, Außerdem plant man für den Juni ein Zeltlager für Groß und Klein in Warburg. Natürlich will man neben den Angeboten für den Nachwuchs auch bewährte Angebote wie etwa den Seniorennachmittag auf dem Kirchenhügel nicht vernachlässigen. Dass man bei der neuen Kolpingfamilie keine kritischen Themen scheut, zeigten jüngste Bildungsveranstaltungen rund um Krankenhauskeime und Kirchenaustritte. Kontakte zu einer polnischen Kolpingfamilie sowie die regelmäßige Unterstützung von Entwicklungsprojekten in Brasilien und Uganda machen deutlich, dass man bei Kolpings in Stadtmitte und Heimaterde nicht nur auf die Kirchtürme von St. Mariae Geburt und St. Theresia schaut,



Peter Vieten ist davon überzeugt, dass der alte Kolping-Mix aus Bildung und Geselligkeit auch in einer stärker individualisierten und deshalb manchmal auch anonymeren Stadtgesellschaft weiterhin gefragt ist: „Wir müssen den Leuten nur klar machen, dass man nicht unbeding Katholik sein muss, um bei uns mitmachen zu können“, glaubt er.Man trifft sich dienstags um 20 Uhr, abwechselnd im Gemeindesaal von St. Theresia an der Kleiststraße/Ecke Max-Halbach-Straße oder in der Begegnungsstätte von St. Mariae Geburt an der Pastor-Jakobs-Straße 6. Telefonische Auskünfte unter der Rufnummer 78 21 660.



Dieser Text erschien am 17. März 2011 in NRZ und WAZ

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