Samstag, 21. Mai 2011

Warum die Saarner Klosterfreunde im Klosterhof einen Kräutergarten angelegt haben: Ein Gespräch mit der Projektleiterin Stefanie Horn



Mit einem großen Fest haben die Freunde und Förderer von Kloster Saarn heute den von ihnen angelegten Kräutergarten im Saarner Klosterhof. Für die NRZ sprach ich mit der Biologielehrerin, Stefanie Horn, die das Projekt ehrenamtlich betreut.








Warum braucht das Kloster einen Kräutergarten?


Damit man draußen und im Vorbeigehen Kloster- und Kräutergeschichten kennen lernen kann.



Knüpfen Sie mit dem Garten an eine Tradition an?

Kräutergärten sind immer Bestandteil eines Klosters gewesen. Auch im Kloster Saarn hat es einen solchen gegeben, wenn auch an anderer Stelle. Er lag damals am Hang zum Mühlenteich hin. Wir greifen aber eine Tradition auf, indem wir das auch aus dem Kloster Saarn überlieferte Heilkräuterwissen der Zisterzienserinnen in angepflanzter Form präsentieren.



Wachsen im heutigen Kräutergarten dieselben Kräuter wie zu Zeiten der Zisterzienserinnen?


Es gibt keine ganz detaillierten Kenntnisse darüber, wie der Kräutergarten früher aufgebaut war und welche Kräuter in ihm wuchsen. Deshalb haben wir uns mit den kreuzförmig angelegten Hochbeeten an der Grundform mittelalterlicher Kräutergärten orientiert.


Sparkasse und Leonhard-Stinnes-Stiftung unterstützen die Einrichtung mit 40 000 Euro. Wofür wurde das Geld ausgegeben?


Besonders teuer sind die Ruhrsandsteine, die für die Hochbeete des Kräutergartens auf Maß gehauen worden sind. Natürlich musste auch viel Arbeitskraft aufgewendet werden, um die Fläche für den Kräutergarten vorzubereiten. Und natürlich musste auch Geld für die Anschaffung der Pflanzen ausgegeben werden.



Welche Pflanzen findet man denn im Kräutergarten des Klosters?


Das fängt an bei der Petersilie und geht über Thymian und Melisse, bis zum Johanniskraut, dem Gundermann und der Pfingstrose, die als Marienpflanze eine Bedeutung hat.



Wer pflegt den Kräutergarten?


Der Gärtner Rumbaum, der ihn angelegt hat, geht da einmal im Monat durch. Ansonsten wird er auch ein Stück weit sich selbst überlassen. Natürlich schauen auch Gemeindemitglieder und Klosterfreunde regelmäßig nach dem Rechten oder sie bewässern den Garten.



Wer soll von dem Garten profitieren?


Eigentlich die gesamte Bevölkerung, vom Kindergartenkind bis zur Seniorengruppe. Es reicht, durch den Kräutergarten zu gehen, um wiederzuerkennen, was man schon kennt oder Neues über Kräuter zu lernen.



Wie vermitteln Sie Ihr Kräutergartenwissen?


Jeweils am zweiten Sonntag des Monats gibt es um 14.30 Uhr Führungen durch den Garten. Außerdem sind Workshops mit Grundschulklassen geplant. Langfristig könnte ich mir auch einen Kräuterkochkurs oder andere Workshops für Erwachsene vorstellen.




Weitere Informationen im Internet unter: www.freunde-kloster-saarn.de


Dieser Text erschien am 21. Mai 2011 in der NRZ

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