Mittwoch, 12. September 2012

Ruhrpreisträger Peter Könitz lebt und arbeitet heute als Bildhauer in Norddeutschland und erhält in Kürze den Kunstpreis der niedersächsichen SPD-Landtagsfraktion

Für Mülheimer Künstler ist er ein Ritterschlag, der Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft. Der vor 70 Jahren in Mülheim geborene Bildhauer Peter Könitz hat diesen Ritterschlag gleich zweimal bekommen. 1963 wurde er mit dem Förder- und 1976 mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.


Jetzt hat ihm die niedersächsische SPD-Landtagsfraktion ihren 1988 von Gerhard Schröder initiierten und mit 5000 Euro dotierten Kunstpreis zuerkannt.

Seine abstrakten, platzergreifenden und zugleich inspirierenden Metall- und Holzskulpturen haben den Mülheimer bundesweit bekannt gemacht.

Im Mülheimer Stadtbild ist heute nur noch seine 1985 im Auftrag der Friedrich-Wilhelms-Hütte geschaffene und an der Nordbrücke aufgestellte Skulptur „Raumbeschreibung“ verblieben. Man erkennt einen Mann, der zwei Rohre trägt. Andere Könitz-Skulpturen, wie der 1974 entstandene „Tunnel“, der im Schatten der Volkshochschule an der Bergstraße aufgestellt wurde oder eine Brunnenskulptur auf dem Hans-Böckler-Platz, sind inzwischen wieder aus dem öffentlichen Raum verschwunden und verschrottet worden.

„Die 60er Jahre waren für uns Bildhauer ein tolle Zeit. Da konnte man einfach zum Bauamt gehen und fragen, ob die keine Lust hätten, irgendwo eine Skulptur aufstellen“, erinnert sich Könitz an goldene Zeiten in seiner Heimatstadt, die er vor 30 Jahren in Richtung Ostfriesland verließ, in der er aber noch viele Freunde hat.

Aber auch in Norddeutschland, wo aktuell etwa elf Könitz-Skulpturen im öffentlichen Raum stehen, sind die Steuer- und Stiftungsgelder für öffentliche Kunstwerke knapp geworden. Umso dankbarer ist Könitz, der heute im ostfriesischen Wymeer lebt und arbeitet, für einen Auftrag der niedersächsischen Gemeinde Bunde, für die er ein Mahnmal entwirft, das an die dortigen NS-Opfer erinnert.

In Mülheim, wo der Metall-Bildhauer Könitz einst auch Spielplatzrutschen gebaut hat, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, war er zuletzt 2006 mit seiner Skulptur „Ängstlicher Hund“ bei der Gruppenausstellung „Tandem“ in der Alten Post zu sehen. Seine letzte Einzelausstellung im städtischen Kunstmuseum liegt aber schon zehn Jahre zurück. „Wenn die Stadt Interesse daran hat, bin ich gerne dazu bereit“, antwortet Könitz auf die Frage nach einer künftigen Werkschau im Mülheimer Kunstmuseum. Dessen stellvertretender Leiter, Gerhard Ribbrock, ist nicht abgeneigt, zumal Könitz in diesem Jahr einen runden Geburtstag gefeiert hat.

Die nächste Ausstellung mit Könitz-Kunstwerken ist allerdings nicht in Mülheim, sondern bis zum 4. November im Wormser Kunstverein zu sehen.

Wer mehr über Peter Könitz und seine Kunst erfahren möchte, kann sich auf seiner Internetseite: www.peter-koenitz.de ein eigenes Bild machen.

Dieser Beitrag erschien am 7. September 2012 in der NRZ

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