Samstag, 17. November 2012

Der Arbeitskreis Behinderter und Nichtbehinderter AKKB zeigt seit 40 Jahren mit seiner Arbeit, wie Integartion im Alltag funktionieren kann

Mülheim. Jesus erklärt einem Schriftgelehrten, dass Gottes- und Nächstenliebe als die wichtigsten Gebote zwei Seiten der selben Medaille sind und nicht ohne einander funktionieren. Das Sonntagsevangelium nach Markus ist wie geschaffen für den Tag, an dem der AKKB in der Saarner Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt und dem nahegelegenen Treffpunkt für Behinderte und Nichtbehinderte seinen 40. Geburtstag feiert. 1972 als Arbeitskreis für Körperbehinderte gegründet, steht AKKB heute für Arbeitskreis Behinderter und Nichtbehinderter.

Der Name hat sich geändert. Das Anliegen ist geblieben. Menschen mit und ohne Behinderung gestalten gemeinsam ihre Freizeit, lernen sich kennen und bauen dabei Vorurteile oder Berührungsängste ab. Man unternimmt Ausflüge, kocht und spielt zusammen, geht zum Kegeln, ins Kino oder in die Kneipe. „Inklusion ist ein neues Wort, das meint, das Menschen mit und ohne Behinderung zusammengehören und gemeinsam an einem Strick ziehen müssen. Sie leben dieses Prinzip der Inklusion bereits seit 40 Jahren“, bescheinigt Weihbischof Franz Vorrath den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des AKKBs. Und der ehemalige Generalvikar Dieter Schümmelfeder, der als Stadtjugendseelsorger 1972 zu den Mitbegründern des AKKBs gehörte, spricht „von einem Stück gelebtem Evangelium und einer der glücklichsten Erfahrungen in meinem priesterlichen Dienst.“

Man staunt und erschreckt zugleich, wenn Schümmelfeder und Paul Heidrich, der damals als Vertreter des Spastikerverbandes den Anstoß zur Gründung des AKKBs gab, davon berichten, wie schwer es vor 40 Jahren war ein öffentliches Interesse und eine politische Lobby für die Belange behinderter Menschen und ihre Integration aufzubauen und das man damals noch dazu tendierte, behinderte Menschen zu verstecken.

Und wie sieht die Zukunft des AKKBs aus, aus dessen Finanzierung sich das Bistum zurückgezogen hat und der deshalb mehr denn je auf ehrenamtliche Helfer, Spender, Sponsoren, Mittel der Stadt Mülheim und auf Geld aus der Stiftung Kloster Saarn sowie auf die Unterstützung seiner Heimat, der Pfarrgemeinde St. Mariae Himmelfahrt angewiesen ist, um seine Arbeit mit zunehmend auch älteren Menschen aufrechterhalten zu können? Der ehemalige Stadtdechant und Generalvikar Schümmelfeder macht deutlich: „Diese Arbeit aufzugeben, wäre für die Kirche eine Bankrotterklärung. Das können wir uns nicht leisten.“

Weitere Auskünfte zum AKKB geben dessen unter der Rufnummer 0208/481744 oder per E-Mail an: jz-treffpunkt.h@t-online.de erreichbaren hauptamtlichen Mitarbeiter Carsten Lewrick und Renate Schlieper, die den seit 1985 existierenden Treffpunkt für Behinderte und Nichtbehinderte an der Landsberger Straße 19 in Mülheim-Saarn leiten.

Weitere Informationen findet man im Internet unter: www.treffpunkt-saarn.de

Dieser Text erschien am 9. November 2012 in der katholischen Wochenzeitung RUHRWORT


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