Montag, 26. November 2012

So gesehen: Heute beginnt der Weihnachtsmarkt auf der Schloßstraße oder: Kinder, heute wird's was geben

Schreib doch mal eine Tagesbetrachtung zum Montag, aber bitte nichts Pastorales, sagt mir mein Kollege. Na dann. In Gottes Namen Amen. Ich spitze meine Feder und denke darüber nach, was uns dieser heutige Montag wohl bringen mag. Da kommt mir eine Erleuchtung. Natürlich. Kinder, heute wird’s was geben, nämlich den Weihnachtsmarkt. auf der Schloßstraße. Na, wenn das kein Lichtblick ist. 50 000 Leuchten in der City. Wann gibt es das schon, wenn nicht zur Weihnachtsmarktzeit. Baum und Buden stehen ja schon und das nicht nur auf der Schloßstraße, sondern auch auf dem Adventsmarkt in der Altstadt. Mal geht es rund auf dem Karussell, wie im richtigen Leben, nur etwas gediegener und langsamer. Und mal gibt es Bier, Glühwein und Würstchen oder da und dort echte Handarbeit für feinsinnige Weihnachtsmarkttraditionalisten. Die regen sich ja gerne über vermeintliche Fressbuden auf und die profanen Weihnachtsmarktbesucher, denen es nur um die Wurst geht. Doch wenn sich die bildungsbürgerlichen Bedenken über diese Freundes der Fleischeslust und darüber gelegt haben, was Advents- und Weihnachtsmärkte eigentlich mit dem Advent und Weihnachten zu tun haben, lassen auch sie es sich gut schmecken. Der Geist ist eben willig. Aber das Fleisch ist schwach, auch auf dem Weihnachtsmarkt. Aber das klingt wohl schon wieder zu pastoral. Und deshalb höre ich jetzt lieber auf, ehe ich von meinen Redaktionskollegen den Segen von Kloster Kamp bekomme oder gar gefragt werde, ob ich sie noch alle auf dem Christbaum habe.

Dieser Text erschien am 26. November 2012 in der NRZ



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