Montag, 5. November 2012

So gesehen: Wie Allround-Entertainer Helge Schneider die Innenstadt erleuchtet

Es gibt noch Lichtblicke in der Innenstadt. Das bemerkte ich ausgerechnet an Allerheiligen, als ich durch die ansonsten herbstlich trist wirkende Innenstadt schlenderte. Ein geradezu überirdisch helles Licht erleuchtete den Kohlenkamp am Stadtcafè Sander. Eine himmlische Erscheinung oder gar eine Erleuchtung, auf die wir schon so lange in der Mülheimer Innenstadt warten?


Mitnichten. Bei genauerem Hinsehen und Nachfragen zeigte sich das himmlische Licht als ganz irdische Ausleuchtung einer Szene für den neuen Film von Helge Schneider.

Ein Hauch von Hollywood bei Café Sander. Das passt ja zu dem Allroundentertainer, der sich selbst als „singende Herrentorte“ bezeichnet und es offensichtlich auch jenseits seiner unbestrittenen musikalischen Naturbegabung immer wieder schafft, den größten Nonsens zu Geld zu machen, weil es genug Zuhörer, Zuschauer und unterhaltungswillige Konsumenten gibt, denen 00-Schneiders Show-Mix aus Herrentorte, Käsebrot und Katzenklo immer wieder so schmeckt, dass er sie in Verzückung und Spendierlaune geraten lässt. Also doch ein Wunder. Doch keines, was man dem Heiligen Vater in Rom vortragen müsste. Denn auch wenn Helge Schneider ein Vermarktungswunder und mölmscher Stern am Showhimmel ist, hat er trotz aller Er- und Beleuchtung bei Café Sander noch keinen Heiligenschein. Aber wer weiß? Was nicht ist, kann ja noch werden.  

Dieser Text erschien am 5. November 2012 in der NRZ 

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