Sonntag, 17. März 2013

Warum aus der Germanistin Sabine Klischat, die eigentlich Journalistin werden wollte, vor über 20 Jahren eine "Klosterfrau" wurde

Sabine Klischat
Dass sie mal zur Klosterfrau werden würde, hätte sich Sabine Klischat nicht träumen lassen. Als sie an der Universität in Essen Germanistik studierte, liebäugelte sie mit einem Berufsleben als Journalistin.


Doch als Geisteswissenschaftlerin muss man flexibel sein und verschiedene Arbeitsplatzoptionen ins Auge fassen. Und so ließ sie sich vor 20 Jahren auf ein Praktikum in der damals noch jungen Bürgerbegegnungsstätte Kloster Saarn ein. Probieren ging für Klischat über Studieren und so wurde aus dem Praktikum eine Festanstellung im Mülheimer Kulturbetrieb.

Auch wenn es mit dem Traumberuf Journalistin nichts wurde, ist die heute 45-jährige Mutter eines Sohnes, im Rückblick dankbar für die Chance, die sie damals bekam. „Ich kann hier Beruf und Familie gut miteinander verbinden“, freut sich Klischat. Doch was macht die Frau im Kloster, in dem einst Zisterzienserinnen beteten und arbeiteten.

„Ich organisiere hier die Kulturarbeit. Und das macht wirklich Freude, weil man dabei sehr kreativ sein kann und ganz unterschiedliche Menschen kennen lernt“, sagt Klischat mit Blick auf Ausstellungen, Konzerte, Lesungen oder Kindertheateraufführungen, die im Kloster über die Bühne gehen. Regelmäßig ist sie unterwegs, um sich Gruppen und Künstler anzuschauen und anzuhören, die ihr ins Programm passen könnten. Nicht lange suchen muss sie nach geeigneten Ausstellungen für die Bürgerbegegnungsstätte. Angesichts einer langen Warteliste hat sie da eher die Qual der Wahl. Zwei Mal- und eine Fotogruppe treffen sich regelmäßig im Kloster.

„Das ist natürlich auch ein toller Veranstaltungsort, der mit seinen historischen Gebäuden für sich spricht und mir die Arbeit leicht macht“, schwärmt Klischat. Die vom Kirchenmusiker Werner Schepp verantwortete Musik im Kloster Saarn und das 2008 von den Saarner Klosterfreunden eröffnete Klostermuseum haben auch den Veranstaltungsort Bürgerbegegnungsstätte beflügelt.

Auch in den Sommerferien kommt im Kloster keine Langeweile auf. Der Ruhrsommer macht es möglich. Eintritt frei und Spaß dabei.

Das Programmspektrum reicht vom Theaterspaß für Kinder über ein Spiel- und Spielefest, mit dem Clown Friedhelm und seinen Freunden werden bis hin Shakespeare-Theaterfestival, das die Bürgerbegegnungsstätte im Kloster Saarn im Herbst 2012 zusammen mit dem Verein Interkultur über die Bühne gehen ließ.

Dieser Text erschien am 12. Juli 2012 in NRZ & WAZ

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