Montag, 8. April 2013

Mülheimer Stiftungen: Zum Beispiel die Leonhard-Stinnes-Stiftung

Die vielleicht bekannteste Mülheimer Stiftung ist die Leonhard-Stinnes-Stiftung. Zuletzt machte die Stiftung Schlagzeilen, weil sie sich nach dann 23 Jahren 2013 aus der Förderung des Theaters Mülheimer Spätlese zurückziehen, aber auch mit der Unterstützung der kommunalen Spiel- und Bewegungsraumplanung ein neues Projekt in Angriff nehmen will. Die Förderung von Spiel- und Sportplätzen gehört ebenso zu ihren Stiftungszwecken wie Kultur- und Bildungsprojekte oder die Unterstützung der Stadtbüchereien und der heute am Evangelischen Krankenhaus angesiedelten Augenklinik. Auch die Volkshochschule, Schloss Broich, Kloster Saarn, die Mülheimer Theatertage und das heutige Max-Planck-Institut für Kohlenforschung konnten schon von der Leonhard-Stinnes-Stiftung profitieren. Als Eigentümerin und Bauherrin der alten Augenklinik an der Von-Graefe-Straße ist die Stiftung auch Motor für den im Frühjahr 2013 geplanten Um- und Einzug des Stadtarchivs und der Musikschule, die zurzeit noch an der Aktienstraße und auf dem Dudel beheimatet sind.

Aber auch Projekte wie die Lernwerkstatt Natur, eine Musik-CD-Produktion des Mülheimer Zupforchesters oder die Internetseite www.migration-geschichte.de, die die Geschichte der zugewanderten Mülheimer darstellt, stehen auf der Förderliste dieser Stiftung, die von der Oberbürgermeisterin der Stadt verwaltet wird. Der Name der Stiftung, die aus einer 1911 testamentarisch verfügten Schenkung hervorgegangen ist, verweist auf ihre Stifter, den Arzt Hermann Leonhard (1835-1905) und seine Frau Margarete Stinnes (1841-1911). Leonhard, der selbst unter einer Augenkrankheit litt und seine Frau, die jüngste Tochter des Unternehmers Mathias Stinnes, schenkten der Stadt bereits 1904 das Gelände des ehemaligen Ausflugslokals Johannesburg an der Hingbergstraße, auf dem dann 1907 die Augenklinik eröffnet wurde. Zu Stinnes’ Lebzeiten wurden auch noch Sportanlagen am Kahlenberg und der Bau des Bismarckturms finanziert.


Nach dem Tod von Margarete Stinnes bildete ihr Vermögen von 4,3 Millionen Goldmark (12 Millionen Euro) als Schenkung an die Stadt und ihre Bürger den Grundstock der Leonhard-Stinnes-Stiftung. Über die Vergabe der Mittel entscheidet ein vom Rat der Stadt für jeweils drei Jahre gewählter Beirat, dem neben der Oberbürgermeisterin zurzeit eine Vertreterin der Familie Stinnes, ein Richter des Amtsgerichtes und ein Sparkassenvorstand angehören.   Dieser Text erschien im Rahmen einer Serie über Mülheimer Stiftungen am 27. November 2012 in der Neuen Ruhr Zeitung 

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