Mittwoch, 3. April 2013

Warum der Fotograf Volker Flecht den Frühling liebt: Eine jahreszeitliche Spurensuche

„Ohne Kamera gehe ich nicht aus dem Haus. Und für fünf Kilometer ziehe ich mir erst gar nicht die Jacke an“, sagt Volker Flecht. Der Dümptener Hobbyfotograf hat zwei Lieblingsjahreszeiten, den Frühling und den Herbst. „Denn dann ist das Licht besonders weich und die Schatten besonders lang“, schwärmt der 61-jährige Vorruheständler.


Seit er seinen Lebensunterhalt nicht mehr als Maschinenbautechniker bei Thyssen-Krupp-Stahl verdienen muss, hat er viel Zeit für seine Fototouren. Mindestens dreimal pro Woche geht er auf Fotosafari. Meistens ist er in Mülheim unterwegs. „Andere machen Sport. Ich laufe mit meiner Kamera und zwei bis drei Objektiven meine 50 Kilometer pro Woche“, sagt Flecht mit einem Augenzwinkern. Für den Fotografen, der sein Hobby vor 40 Jahren bei der Bundeswehr fand, als er dort Luftbilder auswerten musste, ist die grüne Stadt am Fluss ein Motiv, das ihm nie langweilig wird. „Hier findet man noch viel Natur pur“, schwärmt Flecht.

Immer wieder zieht es ihn an die Ruhr, zu Kocks Loch, in die Saarner Ruhrauen, zur Mintarder Streuobstwiese, zum Galgenhügel am Flughafen oder in die Müga. „Man muss ein Auge für Details haben, um auch altbekannte Motive immer wieder neu fotografieren und so ihren Charakter ins Bild setzen zu könne“, weiß Flecht.

Nur im Winter gönnt er sich eine Fotopause, „weil es keinen Spaß macht unter einer dicken Jacke zu schwitzen, während man mit Kamera und Objektiven hantiert.“ Deshalb wartet er immer händeringend auf den Frühling und hat in dieser Woche seine ersten Frühlingsfotos geschossen. „Allerdings war es gar nicht so einfach, den Frühling zu finden. Die Flora kommt noch nicht richtig raus, weil es für die Jahreszeit einfach zu kalt ist“, gibt Flecht zu.

Mit seinen Fotos aus dem März und April 2012 zeigt er in der Tat, dass die Natur vor einem Jahr schon viel weiter war. Flecht, der seine Fotos am PC-Bildschirm digital nachbearbeitet, in dem er Konturen und Belichtung optimiert, schätzt. dass er inzwischen rund 100.000 Fotos auf der Festplatte hat. Sie sich daheim immer wieder anzuschauen, hat für ihn eine geradezu meditative Qualität. Und ab und zu präsentiert er seine Fotos, auf denen nicht nur Natur,- sondern auch schon mal Industriemotive zu sehen sind, bei den Ausstellungen der Fotogruppe Saarn, die sich regelmäßig im Kloster trifft.

Weitere Informationen dazu findet man im Internet unter www.fotogruppe-saarn.de

Dieser Text erschien am 30. März 2013 in der Neuen Ruhr Zeitung

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