Donnerstag, 19. September 2013

So gesehen: Aufbruch im Umbruch

Am 7. und 8. September hat meine Pfarrgemeinde St. Mariae Geburt auf dem Kirchenhügel an der Althofstraße ihren 250. Geburtstag gefeiert. Als Christenmensch kann man sich ja heute manchmal fragen, ob man überhaupt noch etwas zu feiern hat. Die Gemeinden schrumpfen. Gotteshäuser müssen aufgegeben werden. Und die Kirchen machen nicht immer nur positive Schlagzeilen, obwohl sie ja von Amts wegen die Frohe Botschaft vertreten. Sind wir am Ende, Gott bewahre, von allen guten Geistern verlassen? Doch wenn man sieht, dass heute katholische und evangelische Christen ganz selbstverständlich auf dem Kirchenhügel zusammen arbeiten und feiern, dann darf man daraus wohl Hoffnung schöpfen und sich daran erinnern, dass eben diese christliche Gemeinschaft in den vermeintlich guten alten Zeiten der Volkskirche und der kirchlich geprägten Milieus alles andere als selbstverständlich war.

Über Vorbehalte gegen konfessionsübergreifende Ehen und konfessionsübergreifenden Schulunterricht oder Taufpaten aus der jeweils anderen christlichen Konfession kann man heute nur noch müde lächeln. Der demografische und soziale Wandel mit all seinen Umbrüchen zwingt die christlichen Kirchen zur Ökumene. Er bringt sie zusammen und macht sie menschlicher. Sollte das der Humor des heiligen Geistes sein, der bekanntlich weht wo und wie er will?

Dieser Text erschien am 7. September 2013 in der Neuen Ruhr Zeitung 

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