Sonntag, 12. Oktober 2014

So gesehen: Schenken macht glücklich

Irren ist bekanntlich menschlich. Manchmal macht ein Irrtum auch klug, weil er ungewollt zu ganz neuen Einsichten führt. Wo wären wir heute, wenn Christoph Kolumbus nicht anno 1492 einen neuen Seeweg nach Indien gesucht und Amerika gefunden hätte?

Ganz so groß war meine gestrige Entdeckung nicht, aber umso wohltuender. „Heute bekommt man doch nichts mehr geschenkt, sondern muss für alles bezahlen.“ So dachte ich bis gestern, ehe ich gleich dreimal etwas geschenkt bekam, erst einige Kopien, dann einen USB-Stick für den Computer und dann noch eine Zeitschrift.

Wie schön, wenn man sich so angenehm irrt und ganz nebenbei begreift, dass wir jeden Tag das größte Geschenk bekommen, das es gibt, unser Leben.

Und dieses großartige Geschenk, das man sich mit keinem Geld der Welt verdienen kann, sollte uns dazu verleiten, auch mal etwas zu verschenken. Es muss ja nichts Großes oder Teures sein. Etwas Zeit und Zuwendung, ein freundliches und aufmunterndes Wort oder ein Lächeln tun es ja auch.

Und so kann manches Geschenk am Ende unseren Alltag auf der Basis der Gegenseitigkeit viel mehr bereichern, als die heutzutage extrem niedrig verzinsten Spareinlagen es je könnten.
 
Dieser Text erschien am 1. Oktober 2014 in der Neuen Ruhr Zeitung

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