Dienstag, 8. September 2015

Vor der Oberbürgermeister-Wahl: Mit dem NRZ-Mobil unterwegs: OB-Kandidat Ulrich Scholten von der SPD im Bürgergespräch auf dem Kurt-Schumacher-Platz


Früh aufzustehen, damit hat Ulrich Scholten  kein Problem. „Ich stand auch schon mal um 5.30 Uhr beim Schichtwechsel vor den Werkstoren von Mannesmann und Siemens“, erzählte der OB-Kandidat der SPD gestern Morgen am NRZ-Mobil vor dem Forum in der Innenstadt. Der Terminplan gut eine Woche vor der Wahl ist eng getaktet. Aber die Zeit, mit NRZ-Lesern und Passanten ins Gespräch zu kommen, die nimmt sich Ulrich Scholten an diesem Morgen.

Eine 46-jährige Saarnerin, die in der NRZ gelesen hat, dass an der Mintarder Straße ein „Dorf“ für 600 Flüchtlinge entstehen soll, möchte von Scholten wissen, wie er es als Oberbürgermeister mit der Flüchtlingsverteilung halten würde. „Ich bin Fan einer gerechten Verteilung auf alle Stadtteile. In Styrum müssen wir mit gebremstem Schaum vorgehen, weil an der Gustavstraße schon 150 Flüchtlinge leben und die SWB mit ihren Wohnungen für Flüchtlinge durch ist“, sagt Scholten.

Als Mutter eines Grundschulkindes fürchtet sie, „dass die Stadt vielleicht die Standards in der Offenen Ganztagsgrundschule absenken könnte, um das so eingesparte Geld in die Flüchtlingsversorgung investieren zu können. „Das ist für mich ein absolutes No Go. Denn die Investitionen in eine gute Offene Ganztagsschule, an der auch Eltern, Arbeitnehmer und Arbeitgeber interessiert sind, ist für mich ein Teil der Wirtschaftsförderung“, versichert der Sozialdemokrat.

Reingard Kirkhouse, die an der Leineweberstraße wohnt, hat Angst, dass im Zuge der Neugestaltung der Leineweberstraße die Platanenallee fallen könnte. Scholten kennt die Stimmen, die eine Verschattung der Straße beklagen und deshalb eine Fällung der Baumriesen fordern. „Das ist keine sehr realistische Option“, so Scholten. Die Anwohnerin warnt: „Dann bekämen wir in der Innenstadt ein noch schlechteres Klima und höhere Feinstaubwerte.“

Scholten nimmt einige Themen aus den Bürgergesprächen mit, um die er sich kümmern wird: „Da frag ich mal bei der Mülheimer Verkehrsgesellschaft nach und rufe sie in der nächsten Woche an“, verspricht er beispielsweise Hans-Dieter Kaiser. Der Mann wohnt an der Blumendeller Straße in Heißen und ärgert sich, dass der U-Bahnhof Eichbaum immer noch keinen Aufzug bekommen hat und darüber hinaus einen sehr ungepflegten Eindruck mache. Sympathie und Verständnis zeigt Scholten für Heinz Auberg und Helmut Ebener, die den Flughafen ausgebaut und wirtschaftlich besser genutzt sehen möchten. Doch das ist seine private Meinung. Er sagt aber auch ganz klar. „Als Oberbürgermeister muss ich den Ausstiegsbeschluss des Rates umsetzen.“


Dieser Text erschien am 5. September 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen