Dienstag, 24. November 2015

Was hat uns Sankt Martin heute noch zu sagen? Drei Fragen an die Rektorin der Martin-von-Tours-Schule

Ulrike Kordel
Frage: Was bedeutet Ihr Namensgeber für den Schulalltag?

Antwort: Zum Schuljahr 1999/2000 haben wir den Namen unserer Schule geändert: von Katholische Grundschule Eduardstraße in Martin-von-Tours-Schule. Die Grundintention war, unsere Schule bereits am Namen als katholische Grundschule zu erkennen. Der gewählte Name sollte den Kindern die Möglichkeit zur Identifikation geben. Beides war mit der Wahl des Namens Martin-von-Tours gegeben. Dazu kam, dass die französische Stadt Tours eine Partnerstadt Mülheims ist. Der „Hl. St. Martin“ ist allen Kindern bekannt, auch den nicht katholischen. Wir bemühen uns, das Martinsfest mit dem religiösen Inhalt zu füllen, damit es kein reines Laternenfest bleibt. Die Legende des Martin-von-Tours ist für die Kinder sehr verständlich – unabhängig von der Konfession. Wir sind eine multikulturelle Schule mit vielen Familien (vor allem afrikanischen), die einen christlichen Glauben haben und ihn auch leben.

Frage: Können Kinder leichter teilen als Erwachsene?

Antwort: Kinder teilen nach unseren Erfahrungen gerne und vorurteilsfrei. Ich kann aber aus unserer Schulgemeinde sagen, dass auch die Erwachsenen bereit sind, zu teilen, sie hinterfragen natürlich mehr.

Frage: Greifen Sie das Thema Teilen auch mit Blick auf den aktuellen Flüchtlingszustrom auf?

Antwort: Ja, das ist natürlich ein zentrales Thema und für die Kinder von besonderem Interesse, auch wenn wir an unserer Schule noch keine Flüchtlingskinder haben. Die Kinder verfolgen Berichte und Diskussionen in den Medien, besonders in den 3. und 4. Klassen und setzen sich damit auseinander. Unsere Schule fühlt sich als Konfessionsschule und mit dem Namen dem Teilen verpflichtet. Jedes Jahr findet mindestens eine Aktion statt, die mit Anderen teilt – oft im Rahmen des Martinsfestes.

Dieser Text erschien am 10. November 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

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