Sonntag, 24. Januar 2016

So gesehen: Immer gut informiert

Bis gestern dachte ich: Man muss Zeitung lesen, Radio hören oder Fernsehen schauen, um gut informiert zu sein. Seit gestern weiß ich es besser. Einkaufen gehen reicht. Das ist zumindest dann der Fall, wenn man auf einen Zeitgenossen trifft, der zwischen den Supermarkt-Regalen, zwischen Joghurt, Senf und Schinkenwurst an seinem Handy mit seinem Gesprächspartner am anderen Ende des Funknetzes quatscht. Und so gut hörbar die gesamte Weltlage vom Islamisten-Terror über den extrem niedrigen Ölpreis bis zu den Kölner Silvesterscherereien erörtert, dass einem als unfreiwilligem Mithörer Hören und Sehen sowie die Erinnerung daran vergeht, was man eigentlich selbst in seinen Einkaufskorb legen wollte. Waren das noch herrliche Zeiten, als es noch regelmäßige Sendepausen gab, und das nicht nur im Fernsehen!

Dieser Text erschien am 20. Januar 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung

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