Dienstag, 4. Oktober 2016

Zeitsprung am Muhrenkamp: Ein altes Schulhaus hat was zu erzählen

Ein historisches Foto von der ehemaligen Ev. Volkschule
am Muhrenkamp (Foto Stadtarchiv)
Mit einem Stadtarchivfoto aus den 50er Jahren machen wir Station am Muhrenkamp. Wir betrachten das 1888 errichtete Gebäude der ehemaligen evangelischen Volksschule, die 1968 zur städtischen Gemeinschaftsgrundschule wurde und seit 2010 Teil der städtischen katholischen Martin-von-Tours-Grundschule ist.

Zur Schulfusion kam es, nachdem die Gemeinschaftsgrundschule am Muhrenkamp, mangels Anmeldungen, keine eigenständige Eingangsklasse mehr bilden konnte. Als der Unterricht anno 1889 aufgenommen wurde, beherbergte das Schulhaus eine vierklassige evangelische Mädchenschule und eine vierklassige katholische Knabenschule. Die Mädchenschule wurde von der Lehrerin Regina 

Schikowski und die Knabenschule von Joseph Menz geleitet.
Zu Kaisers Zeiten waren Volksschulklassen mit 70 Kindern keine Seltenheit.

Mit dem Bau der katholischen Volksschule an der Eduardstraße (1912), die seit 1998 den Namen Martin von Tours trägt, bekamen die beiden Konfessionsschulen ihr eigenes Gebäude.
Von den Nazis in eine Einheitsschule umgewandelt und nach dem rechtsextremen Freikorps Schulz benannt, wurden die katholische und die evangelische Volksschule aufgrund des Elternwillens 1945/46 reaktiviert. Bis in die 60er Jahre galt auch auf dem gemeinsamen Schulhof eine strenge konfessionelle Trennung der Schulkinder.

In den Jahren 1957 bis 1960 konnte die evangelische Volksschule am Muhrenkamp viermal hintereinander den Bundeswettbewerb Schwimmen gewinnen.
Heute gehört das alte Schulhaus am Muhrenkamp zur
benachbarten Martin-von-Tours-Schule


Dieser Text erschien am 26. September 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen