Mittwoch, 8. März 2017

Treppenhaus statt Fitnessstudio

Drei Damen im Aufzug. „Oh, wie schön“, dachte ich und stieg ein. Doch kaum stand ich mit beiden Beinen in der Aufzugkabine und den Damen gegenüber, gab mir eine Leuchtanzeige an der Steuertafel des Liftes zu verstehen: „Die Traglast des Aufzugs ist überschritten!“ Schreck, lass nach. Ich war vielleicht doch schon zu lange nicht mehr auf meiner Waage.

Ob das Übergewicht im Aufzug nun an den drei Damen oder an mir lag? Das wollte und konnte ich in der Kürze der Zeit nicht ausdiskutieren. Wie dem auch war. Ladies first. Der Gentleman trat zurück und nahm die Treppe.

Auch die längste Reise (zum Idealgewicht) beginnt mit dem ersten Schritt. Treppauf. Treppab. Das macht jedes Fitnessstudio überflüssig.

Und auch die Schokoladen-Osterhasen, die mich an der nächsten Straßenecke aus einem Schaufenster anstrahlten, müssen warten, bis ich die letzten Christstollen und Dominosteine abgestrampelt habe und mir, nicht nur in der Chocolaterie, die süßen Momente des Lebens wieder gönnen und mich irgendwann auch mit der Badehose und oben ohne im Schwimmbad wieder sehen lassen kann.


Dieser Text erschien am 6. März 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

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