Mittwoch, 5. April 2017

Stadtbahn-Geschichten: Ein Zeitsprung zwischen Bahnstraße und Eppinghofer Straße

Die alte Linie 108 im Jahre 1983
Foto: Walter Neuhoff
Wo heute nur noch Busse und Autos über die Bahnstraße, die Eppinghofer Straße und die  Straße Am Löwenhof fahren, sah der 1936 geborene Mülheimer Walter Neuhoff 1983 die Straßenbahn der Linie 108 aus Richtung Bahnstraße und Eppinghofer Straße in einen Tunnel fahren, den wir seit der Mitte der 80er Jahre als Busbahnhof kennen. „Linie 108 stoppt jetzt neben der U18 am selben Bahnsteig“, titelte die Mülheimer NRZ in ihrer Ausgabe vom 15. Oktober 1983. Am 27. April 1985 wurde aus der Linie 108 die Linie 102, die vom Uhlenhorst bis zur Mölhofstraße in Oberdümpten fuhr.

Zur Eröffnung des damals neuen, 90 Meter langen,  U-Bahnhofes Aktienstraße kam eigens der damalige NRW-Verkehrs- und Wirtschaftsminister Raimund Jochimsen nach Mülheim. Neben der modernen Straßenbahn fuhr auch eine Oldtimer-Bahn aus dem Baujahr 1928 über die neue Teilstrecke. Für die Fahrgäste, die auch über die 22 Meter lange Rolltreppe im U-Bahnhof Aktienstraße staunten, gab es damals zur Feier des Tages freie Fahrt und eine heiße Suppe. Die 1,9 Kilometer lange Strecke zwischen Hauptbahnhof und Buchenberg bildete den nördlichen Zweig des Stadtbahnnetzes, dessen Bau am Anfang der 70er Jahre mit dem Bau der heutigen U-18-Strecke zwischen Essen und Mülheim begonnen hatte. Allein bis Mitte der 80er Jahre förderte das Land den Mülheimer Stadtbahnbau mit rund 350 Millionen Mark. Die entsprechenden Planungs- und Abrechnungsunterlagen füllten damals bereits 2500 Aktenordner. 1998 sollte der Mülheimer Stadtbahnbau mit der Eröffnung des Ruhrtunnels vollendet werden.

Dieser Text em 20. März 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

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